Feedback. Jede Organisation wünscht sich eine gute Feedbackkultur – und in fast keiner Organisation wissen Menschen, wie Feedback richtig geben wirklich funktioniert. Dabei ist es gar nicht so schwer, wenn man eine klare Methode kennt.
Was du hier bekommst, ist ein ganz klarer, strukturierter, super einfacher Aufbau – die Feedback geben Methode, die du dir merken solltest. Drei Bausteine – und die musst du kennen.
Wie gebe ich Feedback – und was bedeutet das überhaupt?
Feedback geben bedeutet, dass die Person, die eine Information von dir bekommt, mit dieser Information auch etwas anfangen kann.
Das heißt konkret: Sie weiß, wie sie sich in Zukunft verhalten sollte, sodass es deinen Ansprüchen oder Erwartungen entspricht.
Das bedeutet: Du musst spezifisch sein.
Ein allgemeines „Ja, das war ganz cool” oder „Hat mir nicht so gefallen” ist kein Feedback – das ist bestenfalls ein Lob oder eine vage Kritik. Konstruktives Feedback geben heißt, der anderen Person eine klare Orientierung zu geben, was sie tun oder lassen soll.
Feedback geben Methode: Die 3 Bausteine – SVW
Drei Bausteine musst du kennen, wenn du Feedback richtig geben willst – egal ob im Mitarbeitergespräch, im Feedbackgespräch mit Mitarbeitenden oder wenn du als Führungskraft ein Kritikgespräch führen musst:
Baustein 1: Die Situation
Beziehe dein Feedback immer auf eine konkrete Situation. Wann genau ist das passiert? „Gestern in der Besprechung von 14 bis 15 Uhr” – so konkret sollte es sein.
Baustein 2: Das Verhalten
Was hat der Mensch konkret getan oder gesagt – oder eben nicht getan oder nicht gesagt? Was hast du beobachtet oder gehört? Es geht um beobachtbares Verhalten, nicht um Interpretationen.
Baustein 3: Die Wirkung
Welche Wirkung hatte dieses Verhalten in dieser Situation auf dich? Hier kommen Ich-Botschaften ins Spiel: „Auf mich wirkte das so…” oder „Bei mir kam das so an…”
Situation – Verhalten – Wirkung. SVW. Das ist der Kern dieser Feedback geben Methode.
Warum diese Feedback Methode so schwer umzusetzen ist
Die Situation zu benennen ist noch relativ einfach. Aber Verhalten und Wirkung sauber voneinander zu trennen – das fällt Menschen unglaublich schwer. Und genau hier scheitert konstruktives Feedback geben in der Praxis am häufigsten.
Ein Beispiel: Statt zu sagen „Gestern in der Besprechung warst du irgendwie nervös” – was bereits eine Interpretation ist – wäre gutes Feedback: „Gestern in der Besprechung von 14 bis 15 Uhr hast du mehrfach deine Hände aneinandergerieben und sehr schnell gesprochen. Das wirkte auf mich nervös.”
Siehst du den Unterschied?
Im ersten Fall vermischst du Verhalten und Wirkung. Im zweiten Fall trennst du sie sauber: das beobachtete Verhalten auf der einen Seite, die Wirkung auf dich auf der anderen. Genau diese Trennung ist das, worauf es beim Feedback geben wirklich ankommt.
Feedback geben als Führungskraft: Der optionale 4. Baustein
Wer Feedback geben als Führungskraft im Mitarbeitergespräch oder Feedbackgespräch einsetzt, kann hinter SVW noch einen Zusatzbaustein ergänzen – je nach Situation.
Einen Wunsch zur Veränderung: „Du könntest mal drüber nachdenken, ob du das und das verändern möchtest.”
Oder, wenn es wirklich kritisch ist, eine klare Warnung – also eine konkret ausgesprochene Ankündigung einer Konsequenz: „Wenn sich dieses Verhalten nicht ändert, wird das diese und jene Konsequenz haben.” Das kann im Extremfall sogar bis zu einer Abmahnung gehen.
Situation – Verhalten – Wirkung – und dahinter, wenn nötig, Wunsch oder Warnung. Das ist der komplette Aufbau, wenn du ein Kritikgespräch führen oder konstruktives Feedback geben willst.
Wie gebe ich gutes Feedback – so setzt du SVW in der Praxis um
Hört sich einfach an – und in der Theorie ist es das auch. Aber in einer konkreten Situation ist die Umsetzung gar nicht so leicht.
Deshalb mein Tipp: Bereite schwierige Feedbackgespräche mit Mitarbeitenden vor. Mach dir Notizen:
• Welche Situation?
• Welche konkreten Verhaltensweisen?
• Welche Wirkung hatte das auf dich?
Leg dir die SVW-Struktur am besten ausgedruckt in die Schublade – und hol sie immer dann raus, wenn ein schwieriges Feedbackgespräch oder Kritikgespräch vor dir liegt.
Feedback richtig geben ist gar nicht so schwer, wenn man diese Methode im Kopf hat. Jetzt hast du sie.
Warum Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit Hand in Hand gehen und wie Du Deine Selbstwirksamkeit gezielt stärken kannst, erfährst Du in meinem Beitrag Selbstwirksamkeit ist wichtig – und so funktioniert sie.