Alles auf einen Blick
Warum-Fragen gehören zum Führungsalltag, können aber schnell als Vorwurf oder Rechtfertigungsaufforderung verstanden werden. Dieser Artikel zeigt, weshalb Wie-Fragen häufig offener wirken und wie kleine sprachliche Veränderungen Gespräche auf Augenhöhe fördern können. Anhand konkreter Beispiele erhältst du Anregungen, deine eigenen Kommunikationsmuster bewusst zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Ein Fragewort benutzen Führungskräfte nach meiner Erfahrung besonders oft. Es ist das Wort WARUM.
Du fragst deine Mitarbeitenden nach Ursachen und Hintergründen, nach Motiven und Plänen, und du erkundigst dich auch gerne mal nach der grundlegenden Sinnhaftigkeit einer Aktion:
„Warum um Gottes Willen haben Sie DAS denn gemacht???“
Das WARUM kann eine offenes, klares und wertschätzendes Fragewort sein.
Es kann aber auch ätzend und bohrend wirken – und weil ich es schon oft genau so schwierig und unangenehm für den Befragten erlebt habe, möchte ich dir heute eine einfache Alternative zu diesem WARUM mit auf den Weg geben.
Welches Fragewort das ist, und wie du es am besten einsetzen kannst, das erfährst du in meinem heutigen Video:
Warum wirken Warum-Fragen oft wie ein Vorwurf?
Warum-Fragen können offen und wertschätzend gemeint sein, werden jedoch häufig als nachbohrend oder beschuldigend empfunden. Dadurch kann das Gefühl von Kommunikation auf Augenhöhe verloren gehen. Wie-Fragen wirken in vielen Situationen offener und fördern einen konstruktiven Austausch.
Auch bei Fragen gilt immer das wichtigste Kommunikationsprinzip: Augenhöhe.
Wenn WARUM-Fragen zu nachbohrend, zu fordernd, ja manchmal sogar eher beschuldigend als fragend wirken, dann ist das Prinzip der Augenhöhe verletzt – und dann ist die gute Zusammenarbeit in Gefahr.
Das WIE als Fragewort kann nach meiner Einschätzung offener wirken, wenn es richtig verwendet wird.
Wie kannst du Warum-Fragen durch Wie-Fragen ersetzen?
Schon kleine sprachliche Veränderungen können Gespräche verändern. Wenn du Warum-Fragen bewusst durch Wie-Fragen ersetzt, lädst du dein Gegenüber häufiger dazu ein, den eigenen Denk- und Entscheidungsprozess zu erläutern, statt sich rechtfertigen zu müssen.
Hier ein paar Ideen, wie du ein WARUM durch ein WIE ersetzen kannst.
- Warum machen Sie das so? – ersetzen durch: Wie sind Sie in dieser Sache vorgegangen? / Wie planen Sie in dieser Sache Ihr Vorgehen?
- Warum ist das passiert? – ersetzen durch: Wie ist es zu dieser Situation gekommen?
- Warum tun Sie nichts? – ersetzen durch: Wie ist Ihre Handlungsstrategie?
- Warum informieren Sie mich nicht? – ersetzen durch: Wie stellen Sie sich die Kommunikation zwischen uns in diesem Fall idealerweise vor?
- Warum sollten wir das tun? – ersetzen durch: Wie beurteilen Sie unsere Handlungsoptionen?
Ich gebe zu: Es verlangt ein bisschen Geduld und sprachliche Raffinesse, jedes WARUM zu ersetzen.
Doch es ist eine sehr lohnende Übung, auch um insgesamt die eigenen Kommunikationsmuster mal ganz bewusst zu durchbrechen und Neues auszuprobieren.
Kennst du deine eigenen Lieblingsfragen? Sind dir deine eigenen Sprachmuster bewusst? Falls nicht, dann könnte ein ehrliches Feedbackgespräch mit jemandem aus deinem Umfeld helfen. Vielleicht gehörst du auch – ohne es selbst zu wissen – zu der Gruppe der starken WARUM-Nutzer und habst Lust, daran etwas zu verändern?
Probier es aus! Wie immer freue ich mich, von dir zu hören.
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