Stefanie Voss zu Gast im Podcast Mutivations-Podcast von Angela „Äinschi“ Jacobsen
Opfer oder Pirat? Über Wagemut im Alltag und den Mut zum eigenen Kurs
Wenn ein Gespräch goldene Funken sprüht
Es gibt Gespräche. Es gibt gute Gespräche. Und es gibt Gespräche, die GLITZERN. Mein Besuch im „Mutivations-Podcast“ bei der energiegeladenen Äinschi (Angela) Jacobsen und ihrem Sidekick Martin Puscher gehört definitiv in diese letzte Kategorie. Dazu passt nur ein Wort: Groooßartig!
In knapp 47 Minuten sprechen wir über Piratengeist im ganz normalen Alltag: Warum Anpassung zwar bequem, aber selten erfüllend ist. Was historische Piraten in Sachen Commitment besser gemacht haben als viele heutige Organisationen. Und warum Feiern kein Luxus ist, sondern ein Erfolgsprinzip – inklusive meines persönlichen Tricks, dem 6:30-Uhr-Dancefloor.
Wagemut, Feiern und der WWDDLD-Virus
Außerdem geht es um den WWDDLD-Virus (Was Werden Denn Die Leute Denken), um Emotionen als Wegweiser und um die Frage, die alles verändert: Bist du Opfer oder Pirat? Das erwartet dich im Interview:
➔ Die Piratenstrategie: Wagemut im Alltag – ohne große Bühne ➔ Warum Commitment zu Entscheidungen den Unterschied macht ➔ Emotionen als Wegweiser: Warum nur Tote keine Gefühle haben ➔ Feiern als Erfolgsprinzip und der 6:30-Uhr-Dancefloor
Reinhören lohnt sich!
Hier geht es direkt zum Podcast:
Die Folge auf Spotify: https://open.spotify.com/episode/5Nc0yD17oC4VIPDAJUf08L
Äinschi’s Talk – Der Mutivations-Podcast
Der Mutivations-Podcast von Äinschi Jacobsen ist für alle, die nicht nur zuhören, sondern wirklich etwas verändern wollen – lebendig, mutig, mit Humor und Herz. Ich hatte großen Spaß bei diesem Gespräch und kann euch nur empfehlen: Hört nicht nur in meine Folge rein, sondern gönnt euch auch die anderen spannenden Gespräche.
Besuche Äinschi gerne auf ihrer Webseite und ihren Kanälen.
https://www.jacobsen-coaching.de/
https://ainschis-mutivation.podigee.io/
https://www.linkedin.com/in/angela-äinschi-jacobsen
https://www.instagram.com/_diemutmacherin_/
Transkript
Äinschi [00:00:00]:
Freiheit, Mut und eine Frage, die alles verändert. Lebst du wirklich dein eigenes Leben oder erfüllst du nur die Erwartungen anderer? Oder wie unser Gast sagen würde, was willst du sein? Opfer oder Pirat?
Martin [00:00:16]:
Mutig und motiviert durchs Leben. Der Motivations-Podcast mit U, wie unterhaltsam, unerschütterlich und unglaublich empathisch. Das ist Äinschi’s Talk.
Äinschi [00:00:31]:
Herzlich willkommen, ihr Lieben da draußen. Aber heute sage ich ein kräftiges Ahoi. Martin, Ahoi, schön, dass du an Bord bist. Wie geht’s dir?
Martin [00:00:39]:
Ahoi, liebe Äinschi. Ich glaube, ich habe momentan nur ein Auge.
Äinschi [00:00:42]:
Ja, das könnte sein, denn heute wird es wild, meine Lieben, im besten Sinne, Denn wir haben heute Piraten an Bord unseres Podcasts. Ja, und ich verspreche euch heute, liebe Zuhörerinnen, in dieser Folge von Äinschi’s Talk, da wird was passieren, das bringt dich zum Nachdenken. Und vielleicht sogar zum Umdenken. Wir haben einen Gast, eine Piratin nenne ich sie. Ich begrüße herzlich Stefanie Voss. Hallo, Stefanie.
Stefanie Voss [00:01:09]:
Hallo Äinschi, hallo Martin. Ich danke euch sehr, dass ich hier sein darf. Und so originell mit dem einen Auge bin ich tatsächlich noch nie anmoderiert worden. Und wir klären das natürlich bitte auch im Laufe des Gespräches, was es eigentlich mit dieser Augenklappe auf sich hat.
Äinschi [00:01:23]:
Ganz genau, das klären wir. Wie komme ich denn zu Stefanie Voss überhaupt, ihr Lieben da draußen? Ich habe vor ein paar Monaten ein Buch entdeckt, das hat mich wirklich in seinen Bann gezogen. Es heißt die Piratenstrategie ohne Wenn und Aber. Es ist kein Roman, es ist eine Art Lebenshilfebuch, sowas in der Art, ja. Und inzwischen habe ich es gelesen und dann war ich sofort eine Piratin im Sinne dessen, dass ich mir dachte, die Frau, die das geschrieben hat, muss ich kennenlernen, die muss ich anrufen und die muss ich in den Podcast einladen. Und das habe ich jetzt getan. Ich freue mich sehr, dass du zugesagt hast. Dich mal zu beschreiben, ich mach’s mal so, wie du dich auch selber vorstellst, was mir imponiert, Weltumseglerin, gleichzeitig auch Karriere gemacht in einem DAX-Unternehmen vorher.
Äinschi [00:02:14]:
Du bist Coach, du bist Rednerin und eben Autorin. Ein neugieriger und offener Mensch. Ich sage jetzt mal, du bist eine Piratin. Liebe Stefanie, was für eine Piratin bist du?
Stefanie Voss [00:02:28]:
Ja, ich bin eine Piratin und setze ganz gerne etwas vor den Begriff Piratin und sage, ich bin eine Businesspiratin. Und was meine ich damit? Ich bin keine Systemsprengerin. Also, Piraten kann man ja sehr unterschiedlich interpretieren. Ich hab mich sehr viel mit historischen Piratinnen und Piraten beschäftigt. Und mir ist immer ganz wichtig zu sagen, Piraten kannten Regeln, Piraten kannten Struktur. Und genau das tue ich auch. Und trotzdem gibt es Dinge, die ich sehr, ich sag mal, beherzt hinterfrage und gerne auch mal auf den Kopf stelle. Das ist für mich eine Business-Piratin.
Ich bin keine Anarchistin. Ich glaube an gewisse Dinge, die uns verbinden, an gewisse Regeln, dass die hilfreich sind, das menschliche Zusammenleben zu fördern. Aber ich hab den Eindruck, wir haben uns überreguliert an verschiedenen Stellen. Wir engen uns vor allem selbst wahnsinnig oft sehr, sehr stark ein. Und Piratenspirit kann helfen, das oder diese zu engen Ketten, die wir uns da anlegen, ein Stück weit wieder zu sprengen. So würde ich mich, glaub ich, als Businesspiratin bezeichnen.
Äinschi [00:03:36]:
Okay, das relativiert schon mal ein klein wenig. Lass uns mal zurückgehen in deine Historie, bevor du Piratin wurdest. Wir haben uns im Vorgespräch unterhalten. Du hast deine Ausbildung, dein Abitur gemacht, hast dir dann, da musste ich so schmunzeln, du hast das weiße Blüschen und den blauen Anzug angezogen und bist in einen großen DAX-Konzern gegangen und hast da auch relativ schnell Karriere gemacht. Wann kam denn dann der Bruch, weil dann steht plötzlich drin Weltumseglerin? Was ist da passiert in deinem Leben?
Stefanie Voss [00:04:11]:
Also kleine Korrektur, ich habe tatsächlich nicht studiert, sondern ich habe eine Abiturientenausbildung gemacht, eine kaufmännische Ausbildung. Jetzt bin ich geboren und aufgewachsen in Leverkusen. Da darf man eigentlich nur ein einziges Mal raten, bei welchem großen Konzern ich denn wohl meine Karriere begonnen habe. Und tatsächlich war ich total auf Karriere gepolt und habe so gedacht, ja klar, hier kaufmännische Ausbildung, Ausland, Managementkarriere und natürlich bin ich irgendwann im Vorstand, ist ja ganz klar. So und die Weltumsegelung, die ich dann gemacht habe, noch zu meiner Zeit im Bayer-Konzern, Die hat sich ein Stück weit aus Zufällen ergeben. Tatsächlich war ich für Bayer im Ausland, hab da gearbeitet. Und nach 2 Jahren schon wurde mein Auslandseinsatz beendet bzw. Sollte sich verändern.
Ich sollte von Argentinien umziehen nach Brasilien. Und jetzt hatte ich gerade Spanisch gelernt, ich war sehr happy in Buenos Aires und ich wollte nicht nach Brasilien. Nichts gegen Brasilien, bitte nichts gegen irgendwelche Brasilianer, die da vielleicht reinhören. Aber ich hätte nach Sao Paulo ziehen müssen, ich hätte einen anderen Vorgesetzten bekommen, ich hätte Portugiesisch lernen müssen. Und Irgendwie fand ich die Idee nicht super. Und durch Zufall habe ich erfahren, dass eine Gruppe von Schiffen die Welt segelt. Und habe gedacht, ach, so eine Weltumsegelung, das wäre doch mal eine coole Idee. Ich hatte einen Segelschein gemacht, ich bin familiär so ein bisschen seglerisch vorbelastet.
Ja, und so kam es zu der Weltumsegelung. Und ich bin tatsächlich aber, das ist wichtig, nach dieser Segelreise wieder zurück in den Großkonzern. Ich habe noch viele Jahre danach im Konzern gearbeitet. Und der Wechsel in die Selbstständigkeit, der hatte dann später andere Gründe. Aber so kam ich zu dieser Weltumsegelung. Das war auch schon ein bisschen piratisch, weil ehrlich gesagt mit Mitte 20 eine sehr vielversprechende Karriere mal eben zu pausieren, da haben mir damals ganz viele Leute gesagt, oh Gott, du bist bescheuert, das funktioniert nicht, die werden dich vergessen. Und witzigerweise war das Gegenteil der Fall. Nach meiner Weltumsegelung war ich dann im Bayer-Konzern Ich war ein bisschen bekannt wie ein bunter Hund.
Äinschi [00:06:12]:
Klasse. Jetzt weiß ich, warum du mir so sympathisch bist. Ich habe auch nicht studiert. Ich habe 2 Semester versucht zu studieren, habe dann gemerkt, das interessiert mich nicht so wirklich und habe aufgehört. Und liebe HörerInnen da draußen, gerade die Jüngeren unter euch, wieder mal ein Beispiel, ich kenne da übrigens mehrere, Du musst nicht diese ganze Litanei, dieses Studieren und akademische Titel sammeln. Du kannst im Leben wirklich groß rauskommen, wenn du auch andere Wege gehst. Und das ist auch eine Art Piratentum. Stefanie beweist es genauso, wie ich es euch zeigen kann.
Super. Also das freut mich schon mal sehr. Dann bist du weltumsegelt. Lass mich mal kurz so meine Gedanken schweifen lassen. Segelschiff, jung in den 20er Jahren, Romantik. Ich höre den Rod Stewart förmlich Sailing singen. War es so, Stefanie?
Stefanie Voss [00:07:04]:
Ja, also diese Vorstellung hatte ich natürlich auch, bevor ich auf die Reise gegangen bin. Ganz ehrlich, eine Weltumsegelung ist eine ganz, ganz andere Erfahrung. Und das Spannende ist wirklich, ich war unfassbar naiv. Ich habe mich unfassbar getäuscht. Und das war natürlich im ersten Moment wahnsinnig hart, so auf dem Boden der Tatsachen auf einem Segelschiff anzukommen, weil letztendlich du sperrst dich für sehr lange Zeit mit Menschen, die du dir nicht ausgesucht hast, in sehr engem Raum ein. Und dann ist auch die Rahmensituation jetzt nicht immer so wahnsinnig förderlich. Also nein, es war ganz, ganz anders. Ich hatte ziemlich große Schwierigkeiten auf dem Schiff, zumindest mal in den ersten Wochen und Monaten.
Und das, was wir heute im Coaching so schön als Selbstreflexion bezeichnen, das ist mir durch diese Weltumsegelung sehr früh in meinem Leben, na ja, man könnte sagen, auf dem silbernen Tablett serviert worden. Man könnte auch sagen, mir ist die Torte ins Gesicht gehauen worden. Ich hab also sehr früh gelernt, mich mit mir selber und meinen eigenen Verhaltensmustern zu beschäftigen. Denn ein Kollege von mir hat das mal schön ausgedrückt. Der hat zu mir, als ich dann zurück war und wieder bei Bayer gearbeitet habe, hat ein Kollege mal zu mir gesagt, ach Stefanie, früher wolltest du mit dem Kopf durch jede Wand und auf der Weltumsegelung hast du gelernt, es gibt auch Türen.
Äinschi [00:08:24]:
Sehr, sehr gut. Sehr gut. Ja. Und die Türen haben sich dann geöffnet. Du bist zurück vom Schiff in den großen Konzern. Und trotzdem hast du dann eine sehr große und schwere Tür geöffnet in die Selbstständigkeit. Warum macht man das? Du hast bestimmt sehr gut verdient, Stefanie. Wir reden von Management-Gehältern.
Warum mach ich das und geh in eine Selbstständigkeit, wo man gucken muss, wie man auf den grünen Zweig kommt?
Stefanie Voss [00:08:55]:
Tatsächlich hatte das, das ist mir wichtig zu sagen, nichts damit zu tun, dass ich fand, Bayer wäre ein schlechtes Unternehmen oder die Konzernwelt wäre so wahnsinnig böse oder so. Das hat mich überhaupt nicht angetrieben. Ich war sehr, sehr gerne bei Bayern und habe da bis zuletzt wirklich, wirklich gerne gearbeitet. Der Hintergrund war ganz banal der, ich hatte eine Abteilungsleitungsposition, ich hatte globale Projektverantwortung, ich war auch relativ viel unterwegs Und ich habe mein zweites Kind bekommen und habe einfach für mich entschieden, ich möchte mein Zeitmanagement anders strukturieren. Und letztendlich, hört sich jetzt auch wieder ganz bescheuert an, Ich habe mich selbstständig gemacht, weniger zu arbeiten. Und das hat tatsächlich funktioniert. Das funktioniert bis heute, denn ich bin natürlich in meiner Selbstständigkeit am Ende ein Herr der Menge an Projekten, die ich annehme oder eben auch nicht annehme. Ich bin auch viel unterwegs, ich arbeite phasenweise auch sehr viel, aber ich kann mir eben auch große Zeiträume freinehmen.
Und mir war sehr klar, dass das mit meiner Abteilungsleitungsfunktion nicht funktionieren würde, beziehungsweise ich wäre einfach der Stelle gar nicht mehr gerecht geworden. Und das hat dann für mich zu dem Gedanken geführt, dann ist vielleicht die Selbstständigkeit eine gute Option. Und genauso habe ich das gemacht. Ich bin in die Selbstständigkeit gestartet, ich habe geguckt, wie funktioniert das für mich, passt das für mich. Ich habe das ehrlicherweise in der Elternzeit gemacht, also erst mal Elternzeit genommen. Und hab aber relativ schnell festgestellt, zum einen macht’s mir Freude, zum zweiten bin ich ein Typ, der das gut kann. Und, du sprichst es an, natürlich hab ich mich von den riesengroßen Gehaltssprüngen verabschiedet. Ich komme aus der chemischen Industrie, ich war sehr jung Abteilungsleiterin.
Wenn es mir ums Geld gegangen wäre, dann hätte ich mich nie selbstständig machen dürfen, das ist ganz, ganz klar. Geld war aber nicht mein einziger Treiber. Und dazu will ich sagen, Geld war jetzt nicht kein Treiber. Es ist mir nicht egal, was ich verdiene. Ich finde, Geld ist wichtig und hat auch tatsächlich eine antreibende Wirkung. Aber es war nicht das Wichtigste für mich. Und diese Entscheidung zu treffen und so für mich zu treffen, dass ich damit gut leben kann, das ist mir dann mit Mitte 30 ganz gut gelungen, weil ich eben, als ich das zweite Mal schwanger war, dann doch schon auch sehr klar war, was ich wollte und vor allem auch, was ich nicht mehr wollte.
Äinschi [00:11:12]:
Ja, jetzt mache ich einen kleinen Sprung, Stefanie. Du hast also dich verabschiedet von dem sicheren Job bei Bayer und dem sehr guten Gehalt in die Selbstständigkeit. Du hast dann schon das zweite Kind bekommen, du hast ja auch einen passenden Mann dazu, also ihr seid eine Familie, ihr habt Familienleben. Dann sagst du, wolltest du selbst bestimmen, wie dein Tag aussieht, der sicherlich voll war schon, 2 Kinder und so weiter. Jetzt meine Frage, weil ich weiß, ich will ja auch ein Buch schreiben, aber ich weiß genau, erstens ist es nicht einfach, Zweitens verdient man mit einem Buch nicht viel Geld. Warum hast du ein Buch geschrieben? Und wie bist du auf diese Idee mit dem Piraten gekommen?
Stefanie Voss [00:11:54]:
Das sind ja jetzt direkt mehrere Fragen. Ich fang mal an. Das Lustige ist, ja, ich habe ein Buch geschrieben. Aber Eigentlich habe ich viel zu spät ein Buch geschrieben. Es ist eine lustige Geschichte insofern, ich habe ungefähr 2012, 13 angefangen, mich auch auf dem deutschen Speaker-Markt umzutun. Ich habe angefangen, Vorträge zu halten und war damals in 1 Redneragentur unter Vertrag. Der damalige Inhaber dieser Agentur hat mir von Tag 1 gesagt, Stefanie, du brauchst ein Buch. Jeder Redner braucht ein Buch.
Du bist keine gute Rednerin, wenn du kein Buch hast. Wenn jemand mir sagt, was man machen muss, bin ich schon ein bisschen allergisch. Dann habe ich nur gedacht, wir schreiben über die Weltumsegelung ein Buch und ich suche dir einen Ghostwriter. Und ich wollte nicht über meine Weltumsegelung ein Buch schreiben. Ich hatte Schwierigkeiten, mich auch mit meiner eigenen Erfahrung anzufreunden und ich fand, das war auch gar kein Buch wert. Naja, lange Rede, kurzer Sinn. Ich hab mich also innerlich sehr gegen diese Idee gesträubt und hab’s auch nicht gemacht. Und viele, viele Jahre später hab ich dann mit genau diesem Inhaber der Redneragentur ein Gespräch geführt und hab gesagt, so, Ich bin jetzt deine meistverkaufte Rednerin in deiner Agentur.
Würdest du sagen, ich bin im deutschen Markt erfolgreich? Und er sagte, ja, bist du. Ich sag, gut. Dann hab ich jetzt bewiesen, dass man erfolgreiche Rednerin sein kann ohne Buch. Und da musste er natürlich lachen. Und das war für mich der Moment, wo ich gedacht habe, so jetzt könnte ich eigentlich auch ein Buch schreiben. Weil jetzt habe ich bewiesen, dass es auch ohne Buch geht. Und die Piraten sind tatsächlich als Thema mir so ein bisschen vor die Füße gefallen. Und als ich mich in dieses Thema verliebt und auch reingefuchst hatte und ziemlich viel recherchiert hatte, war mir klar, dass da wirklich etwas drin steckt, was ein Buch wert ist.
Und das ist das große Thema Wagemut oder wagemutig sein, wagemutiger werden. Und ich habe festgestellt, dass sich historische Piratinnen und Piraten super als Inspirationsquelle eignen. Ich hatte das schon ein paar Jahre dann auch als Vortrag ausprobiert und hab nur gedacht, krass, das ist richtig cool. Die Leute nehmen es an, die können damit was anfangen. Und da war dann eine Buchidee da, von der ich gedacht hab, die verdient wirklich auch ein Buch.
Äinschi [00:14:04]:
Dann lass mich da eintauchen. Das heißt ja, die Piraten-Strategie, ein Leben ohne Wenn und Aber. Ist natürlich auch dem Piraten geschuldet. Aber ganz ehrlich, Stefanie, heutzutage, 2026, ein Leben ohne Wenn und Aber. Bist du dann nicht ein egoistisches Arschloch?
Stefanie Voss [00:14:22]:
Nein, bin ich nicht. Ein Leben ohne Wenn und Aber ist ein Leben, in dem wir uns ohne Wenn und Aber für die Dinge einsetzen, die uns wirklich wichtig sind. Der Mensch ist in allererster Linie ein Wesen der Verbundenheit. Wir sind keine isolierten Egoisten, sondern wir konnten nur überleben, weil wir uns in großen Gruppen organisieren können. Ohne Wenn und Aber meine ich, dass wir uns einsetzen müssten für die Dinge, die da wirklich zählen. Angefangen von der Art und Weise, wie wir zusammenleben, hier in Deutschland für eine gute Demokratie, für Gleichberechtigung, für den Schutz unseres Planeten und, und, und. Also ich finde, es ist genau die Zeit für Wagemut. Und Wagemut heißt für mich ganz, ganz häufig, dass ich mich dem Guten, dem Wertvollen, dem Wichtigen verschreibe, anstatt immer wieder den Kopf einzuziehen und zu sagen, na ja, wäre jetzt vielleicht schon wichtig oder richtig, aber ach nee, sollen wir die anderen machen? Und dagegen wollte ich anschreiben.
Äinschi [00:15:23]:
Dann möchte ich jetzt mal Beispiele hören. Du weißt ja, eine Story verkauft sich gut. Du bist die Welt gesegelt, das kann jetzt nicht jeder sofort machen. Du hast dich von einem Job verabschiedet. In die Selbstständigkeit kann man nicht immer so schnell. Aber wo kann ich im Alltag eine Piratin sein? Entschuldigung, ihr Piraten auch, aber ich rede von uns Frauen.
Stefanie Voss [00:15:42]:
Ich kann an vielen Stellen eine Piratin sein, Im Kleinen wie auch im Großen. Ich fange mal mit dem Kleinen an. Also ich muss ja nicht direkt die Weltrevolution ausrufen. Ich kann zum Beispiel im Kleinen eine Piratin sein, indem ich mich politisch engagiere. Und da muss ich jetzt auch nicht direkt in den Bundestag wollen, sondern ich kann mich in der Kommunalpolitik engagieren. Wenn ich selber das nicht machen möchte, dann kann ich Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker unterstützen. Die können das nämlich wahnsinnig gut brauchen. Und wer das mal gemacht hat und sich mal auf den Marktplatz gestellt hat und mal Flyer 1 Partei verteilt hat, der wird auch relativ schnell feststellen, das ist wagemutig in der heutigen Zeit.
So, ich kann überall und ständig, wenn Menschen etwas für mich tun, mich ganz herzlich bedanken. Bei der Kassiererin oder dem Kassierer im Supermarkt, im Restaurant, beim Postboten. Ich kann dem Getränkelieferanten 20 Euro Trinkgeld geben, wenn ich in der 3. Etage wohne, und das am liebsten auch jedes Mal. Ich kann mich in der Schule meiner Kinder engagieren. Statt zu sagen, aber die Behörden müssen mal, wieso ist das alles so unterfinanziert, Da kann ich mich einbringen. Ich kann mich an ganz vielen Stellen jederzeit engagieren und Wagemut zeigen. Und Wagemut heißt in dem Sinne eben nicht immer, die ganz großen Sachen tun, sondern die kleinen Dinge tun, die auch mal unkonventionell sind.
Ich kann im Supermarkt jemanden ansprechen, der sich mit 1 Tasche schwer tut, und fragen, darf ich Ihnen das nach Hause tragen? Ja, also es gibt ganz viele Gelegenheiten. Eine meiner Lieblingstätigkeiten, die ich seit vielen, vielen Jahren immer mache, Ich bin häufig an der holländischen Nordsee unterwegs. Ich bin standardmäßig ein Plastikmüllsammler. Und natürlich kommt dieser Plastikmüll nicht von mir, den ich da am Strand einsammle. Ich sammle einfach den Müll anderer Leute ein, weil ich immer denke, jeder Vogel, jeder Fisch, jedes Tier, was dieses Plastik nicht abbekommt, ist glücklich darüber. Ich sammle das Zeug zusammen und versau mir dabei die Hände. Ich werde dabei auch häufig komisch angeguckt. Aber das ist für mich gelebter Wagemut.
Äinschi [00:17:46]:
Ich hab dein Buch gelesen und du erzählst viele Dinge, die auch Wagemut erfordern. Ich hab’s dir schon im Vorfeld gesagt, ich liebe dieses Buch. Ich empfinde mich als etwas mutiger, bin ja schon mutig, Aber noch mutiger durch deine Inspiration, weil da so viel drin ist. Lass uns mal kurz auf die großen Dinge gehen. Wo würdest du sagen, was haben echte Piraten besser gemacht als aktuell moderne Organisationen oder Unternehmen? Hast du da ein Beispiel für uns?
Stefanie Voss [00:18:19]:
Ja, ich bin ja in sehr unterschiedlichen Organisationen unterwegs, als Organisationsentwicklerin, als Workshop-Moderatorin und so weiter. Und das, was ich an den Piraten sehr bewundere, an der Art und Weise, wie sie sich organisiert haben, Und das ist etwas, was ich finde, was in Organisationen wahnsinnig fehlt. Piraten haben sich gemeinschaftlich entschieden, was sie tun werden. Und dann gab es ein Commitment zu der getroffenen Entscheidung. Und ich finde, das ist wirklich ein krasses Problem in großen wie in kleinen Organisationen. Wir diskutieren eine Sachfrage, sie wird entschieden, sie wird womöglich auch noch protokolliert. Und schon beim Verlassen 1 Meetings oder wie damals in analogen Zeiten, bei dem Rausgehen aus einem Besprechungsraum sind da 2 Leute, die so ein bisschen so nebeneinander her so, ach nö, aber wir machen das nicht. Also wir haben ein total fehlendes Commitment zu den Dingen, die wir einmal entschieden haben in ganz vielen Organisationen.
Und das kannten Piraten nicht. Piraten haben entschieden, demokratisch abgestimmt, was ist der nächste Beutezug, den wir unternehmen. Und wenn diese Entscheidung getroffen war, dann hatten alle die Möglichkeit, von Bord zu gehen und zu sagen, nee, ich hätte mich anders entschieden, ich will das nicht, Ich bin nicht dabei. Aber die, die da geblieben sind, die hatten ein hundertprozentiges Commitment zu der gemeinsam getroffenen Entscheidung. Und das, finde ich, Das fehlt uns heute. Wir machen ständig nicht das, was wir eigentlich vereinbart haben, was wir machen würden. Wir betuppen uns da auch so ein bisschen selber. Und in Organisationen finde ich es einfach irre.
Also da wird dann häufig gesagt, ja, wir haben ein Problem mit Konflikten. Wo ich immer sage, ne, ihr habt kein Problem mit Konflikten. Ihr habt ein Problem mit fehlendem Commitment zu unangenehm getroffenen Entscheidungen.
Martin [00:20:07]:
Steffi, darf ich da mal einhaken? Weil ich habe unlängst eine Studie gelesen, die behandelte die Unzufriedenheit, das Unglücklichsein sowohl von Führungskräften als auch von Mitarbeitenden im Unternehmen. Fragt man alle Mitarbeitenden in den Unternehmen, sagen fast 2 Drittel, über 60 Prozent, sie sind nicht zufrieden mit dem, was sie machen. Geht man weiter und fragt die Führungskräfte, oh erstaunlich, bei denen ist das genauso. Also über 60 Prozent der Führungskräfte sind ebenso unglücklich in ihrer Rolle, die sie für dieses Unternehmen haben. Wo ist denn da das Problem? Bei den Mitarbeitenden, bei den Führungskräften oder beim Kapitän?
Stefanie Voss [00:20:43]:
Also das ist natürlich schwer, mal eben so zu sagen. Also das Problem liegt grundsätzlich immer da. Ich glaube, diese Unzufriedenheit ist ehrlich gesagt auch ein bisschen was Bequemes. Also zu sagen, hach, ich bin ja eigentlich nicht zufrieden und die Chefs sagen, die Mitarbeitenden sind schuld, die Mitarbeitenden sagen, die Chefs sind schuld, alle gemeinsam sagen, ach, es ist ja auf jeden Fall die Geschäftsführung. Das ist auch eine ganz schön bequeme Haltung. Ja, da bin ich ja Systemiker von der Ausbildung her. Jedes System bekommt die Systemspitze, die es verdient. Jede Systemspitze bekommt das System.
Und schön zu meckern, machen wir ja auch mal ganz gerne, ist halt auch so ein bisschen so eine, ich bin ja nicht schuld, die anderen sind ja das Problem. Ich würde sagen, da kommt erst mal ein großes Maß an Unzufriedenheit her. Ich würde mir angucken, warum verlassen Menschen eine Organisation? Wenn jemand sich entscheidet, zu gehen, Dann hat der nicht nur ein bisschen gejammert, sondern dann hat der einen grundsätzlichen Wertekonflikt, einen Persönlichkonflikt, etwas, was ihn zum Handeln bewegt. Und das sind die Leute, die die interessanten Gründe aufzeigen, was in 1 Organisation schiefläuft. Deswegen würde ich mich jetzt nicht, wenn alle nur rumjammern, würde ich nicht sagen, das ist kein Thema, und darum sollte man sich keine Sorgen machen. Ich finde aber auch, da sind wir gleich wieder bei den Piraten, wir haben heute ein bisschen ein schwieriges Verständnis von Hierarchie. Ich sage jetzt mal was sehr provokantes. Ich habe im Coaching Klienten, die sich bei mir im Coaching darüber beschweren, dass ihr Chef oder ihre Chefin sich erlaubt, sie nicht in Entscheidungen einzubinden.
Ja, also mein Chef entscheidet ständig über meinen Kopf, meine Chefin macht das einfach, ohne mich zu fragen. Und dann bin ich sehr, sehr fies. Dann sage ich nämlich zu meinen Coaching-Klienten, wissen Sie was, beim nächsten Mal, da bringen Sie bitte mal Ihren Arbeitsvertrag mit und dann suchen wir mal diese Klausel, wo da drin steht, bei jeder Entscheidung, die mein Chef trifft, fragt er mich, ob ich damit einverstanden bin. Ja, das ist natürlich auch hart in einem Coaching, den Klienten so zu konfrontieren. Die sind dann auch erst mal so ein bisschen so, Moment mal. Und wo ich immer sage, ganz ehrlich, Leute, Führungskräfte sind nicht die Klassensprecher der Mitarbeitenden. Da müssen wir unser Verständnis von Führung mal kurz aufräumen. Führungskräfte haben strategische Aufgaben.
Die sollen eine Richtung definieren und die sollen die Richtung auch gehen und die haben auch die Aufgabe zu hinterfragen und umzustrukturieren, wenn das notwendig ist. Und als Führungskraft muss ich bereit sein, mich auch bei meinen eigenen Mitarbeitenden mal ein bisschen unbeliebt zu machen. Wir haben aber ganz häufig, ehrlicherweise gerade in Organisationen, denen es sehr lange sehr gut ging, da gibt es so ein Gefühl von, Ja, aber mein Chef muss doch dafür sorgen, dass es mir gut geht. Das finde ich eine schwierige Haltung.
Äinschi [00:23:21]:
Ich habe ja den Eindruck, dass es heutzutage mehrere Lage gibt. Das, was du gerade geschildert hast, ist natürlich sehr, sehr präsent. Gerade die Menschen, die meinen, das Unternehmen, die Firma muss für mich sorgen wie die Eltern früher. Aber irgendwann bist du ja raus aus dem Nest bzw. Da musst du die Verantwortung übernehmen. Und jetzt lass mich aber mal auf diese andere Gruppe gehen, die genau andersrum sind. Ich habe auch Cochise, die sagen, Mensch, ich würde ja gern, aber ich trau mich gar nicht. Und sie kriegen eigentlich Der Chef oder die Chefin sagt, was würdest du denn gerne ändern? Und sie trauen sich gar nicht, sie gehen gar nicht hin.
Wie gehst du mit so jemanden Wie machst du das?
Stefanie Voss [00:24:03]:
So jemand braucht auf jeden Fall erst mal eine Stärkung in seinem eigenen Selbstbewusstsein und vor allem braucht er eine Klärung der eigenen Ziele. Wenn ich überhaupt nicht weiß, wo ich genau hin will und was mir eigentlich wichtig ist im Leben, dann ist es wahnsinnig schwer, dafür einzustehen. Manchmal fällt es Menschen unglaublich schwer, zu sagen, was sie wollen. Dann fange ich im Coaching andersrum an und sage, okay, dann machen wir doch erst mal eine Liste. Was wollen Sie denn alles nicht? Was können wir denn schon mal ausschließen? Dann grenzen wir also insofern ein. Und wenn Menschen ein klares Zielverständnis haben, Dann fangen sie an, sich eher dafür einzusetzen. Dann kommt natürlich, und da mache ich jetzt mal eine Schublade auf, hau alle Frauen rein, mach die Schublade wieder zu, ja, total pauschalisiert gesprochen. Aber dann kommen natürlich so Probleme wie, hm, darf ich das, traue ich mich das? Was werden denn die Leute denken? Bin ich dann nicht irgendwie zu zickig? Bin ich nicht zu schwierig, wenn ich für meine Interessen einstehe? Das kommt natürlich dann auch noch obendrauf.
Aber erst mal würde ich sagen, viele Menschen haben keine klare Zielvorstellung. Also diese blöde Frage, wo sehen Sie sich in 2, 3, 5, 8 Jahren? Oder wie wäre es in 2 Jahren, wenn es gut wäre? Ich kann nur aus meinen Coachings berichten, dass sich immer wieder Leute da sitzen haben, die sagen, da muss ich jetzt aber erst mal überlegen. Also was will ich denn eigentlich genau? Ich denke, ja, das ist eine supergute Idee, sich das mal zu überlegen. Weil wenn ich ein Zielbild habe, kann ich auf jeden Fall was dafür tun, mich in die Richtung zu bewegen. Da sind wir wieder beim Segeln. Keiner segelt aus dem Hafen, ohne klarzuhaben, wo will ich hin?
Äinschi [00:25:35]:
Ja, absolut. Das unterstützt auch meine Tischthese. Der Martin kennt sie. Ich sage immer, im Leben ist es wie mit 4 Tischbeinen. Dein Tisch steht nur dann rund und wackelt nicht. Wenn diese 4 Tischbeine bedient sind, hört bitte den alten Podcastfolgen nach. 1 dieser Beine ist deine persönliche Vision. Und Menschen, die keine Vision haben oder wie du sagst, Ziele, das sind ja Visionen, Da wird dein Tisch nackeln.
Wenn du jeden Morgen aufstehst und gar nicht so richtig weißt, wo du hin willst, wie mit dem Segelboot, dann wirst du im Hafen dümpeln und das Fischwasser riechen und kommst nie raus an die frische Luft. Da könnte ich ganz enthusiastisch werden. Leute, eine Vision. Martin, notier mal, machen wir noch mal eine Folge. Die Vision ist so wichtig, die kann sich auch verändern im Leben. Genau. Das ist ja das Wichtige. Du kannst ja immer wieder den Kurs auch verändern.
Genau.
Stefanie Voss [00:26:27]:
Das ist ganz, ganz wichtig. Das habe ich übrigens auch gerade in meinem Videoblog mal behandelt. Das ist auch ganz interessant. Da sind wir auch wieder eingeengt und brauchen ein bisschen mehr Wagemut. Wie schwer sich Menschen tun, wenn sie lange Zeit an einem Ziel festgehalten haben, dieses Ziel dann loszulassen. Ja, also da kommt auch wieder, ich nenne das immer den WWDDLD-Virus, der was werden denn die Leute denken, was wird denn mein Chef denken, wenn ich jetzt auf einmal sage, ich will gar keine Führungskraft mehr werden. Ja, was werden denn die Leute denken, wenn ich jetzt auf einmal doch die Karriere gar nicht mehr so wichtig finde, sondern andere Dinge wichtiger finde. Und wir machen uns auch da total abhängig von unserem Umfeld, anstatt selber einfach zu überlegen, okay, vor 3 Jahren war das für mich wichtig und heute ist es das nicht mehr.
Das ist ja interessant. Was ist denn an diese Stelle gerückt? Warum setze ich denn heute meine Prioritäten anders? Und genau was du sagst. Ich finde, Wir dürfen, ich würde fast sagen, wir sollten das alle paar Jahre ernsthaft überprüfen, was wir uns da vorgenommen haben.
Äinschi [00:27:28]:
Darf ich die Schublade wieder öffnen? Die ganzen Frauen wieder rausholen, weil du es gerade gesagt hast, der WWDDLD-Virus. Was werden denn die Leute denken? Das ist ja auch was, was wir Frauen sehr, sehr Ich glaube, das wird uns schon eingepflanzt mit der Nabelschnurabkapsung oder so. Und dann lass uns doch mal teilhaben. Was kann jede von uns oder auch jeder von uns morgen anders machen? Ohne Piratenschiff, auf dem ich stehe, sondern einfach so im Leben, Stefanie.
Stefanie Voss [00:28:00]:
Also gerade der WWDD-LD-Virus setzt natürlich voraus, dass ich glaube, dass alle Menschen mich ständig und andauernd beobachten. Ja, und das ist eine Fehlannahme. Wir haben das Gefühl, wir laufen mit so einem Leuchtscheinwerfer auf unserem Kopf durchs Leben. Aber letztendlich sind wir für andere nur eine Begleiterscheinung. Und uns erst mal zu überlegen, was ist mir denn wichtig, was will ich denn, und sich darüber sehr, sehr klar zu werden. Und dann sich klarzumachen, es beobachten mich gar nicht alle anderen die ganze Zeit. Ich beobachte nämlich auch nicht alle anderen die ganzen Zeit. Und selbst wenn andere Menschen mich beobachten und das nicht gutheißen, was ich da tue, sind das eigentlich Leute, auf deren Meinung ich was zähle? Sind die mir wichtig? Haben die Einfluss auf mich? Sind das Menschen, zu denen ich eine Verbundenheit spüre? Und wenn die Antwort ist ja, wenn mein Partner, meine Partnerin, meine Kinder, meine Eltern, Geschwister, enge Freunde, wenn die mir ein Signal senden, das irritiert uns jetzt, Dann würde ich da auf jeden Fall hinhören.
Aber bei allen anderen würde ich mal sagen, die dürfen ihre Signale senden und ich darf mir die anhören. Ich darf da aber auch weghören oder wegschauen. Und das ist völlig legitim. Das ist so das, was ich als erstes mal sagen würde, das können wir tun, uns ein Stück weit davon frei machen. Ich habe im Buch eine Wagemut-Definition, die heißt, Wagemut ist die bewusste Entscheidung, dass es etwas Wichtigeres gibt als Angst, Scham, Konventionen und Regeln. Und gerade dieser Charme und diese Konventionen, dieses haben wir schon immer so gemacht. Da reinzugehen und zu sagen, okay, und nur weil ich das die letzten 3 Jahre so gemacht habe, heißt das überhaupt nicht, dass ich das heute Morgen und übermorgen so machen muss. Und mich da immer wieder zu packen, das finde ich, ist ein ganz, ganz einfacher Schritt.
Und wenn du es direkt an den Piraten festmachen willst, na ja, da gibt es eine ganz einfache Coaching-Technik. In jeder Situation, wo du denkst, soll ich, soll ich nicht, mach ich, mach ich nicht, frag dich einfach, Was würde ich jetzt tun, wenn ich eine wagemutige Piratin wäre? Spannenderweise mit der Frage kommt meistens sofort ein sehr wagemutiger Impuls.
Äinschi [00:30:11]:
Da setze ich noch etwas nach, Stefanie, was du mir kürzlich gesagt hast. Nämlich den Satz, das habe ich noch nie gemacht, also bin ich ganz sicher, dass ich es schaffe. Von unserer Geliebten Pippi Langstrumpf. Ich glaube, die kennt jeder von euch. Astrid Lindgren hat’s geschrieben. Das ist so ein schöner Satz. Das habe ich noch nie gemacht, also bin ich ganz sicher, dass ich es schaffe. Und was Stefanie sagt, hört auf, auf andere zu hören, traut euch, macht es.
Toll. Also mir geht schon wieder das Herz auf. Trotzdem, Stefanie, muss ich fragen, das klingt alles so toll. Du bist toll, aber du hast sicher schon mal Fehler gemacht. Magst du uns berichten von einem deiner größten Fehler? Oder beziehungsweise was war so, wo du heute sagst, hm, das hätte ich lieber anders gemacht?
Stefanie Voss [00:30:57]:
Also Fehler ist natürlich immer im Nachhinein eine Betrachtung. War es in dem Moment ein Fehler, ist immer schwierig. Ich hab mich auf jeden Fall schon für oder gegen Dinge entschieden und im Nachhinein gedacht, ach, das hättest du vielleicht auch anders entscheiden können, das wäre die bessere Variante gewesen. Ich bemühe mich, es nicht so als Fehler zu brandmarken, sondern einfach zu sagen, okay, egal was ich tue, alles hat Konsequenzen. Ja, was ich tue hat Konsequenzen, was ich lasse hat auch Konsequenzen. Ein großer Fehler. Ich würde mal sagen, ich habe im Laufe meines Lebens und vielleicht ein bisschen zu spät gelernt, wie wichtig Verbundenheit ist. Also ich würde schon sagen, ich habe ja eben gesagt, ich bin mit dem Kopf durch jede Wand.
Ich hätte gerne ein bisschen früher in meinem Leben lernen dürfen, noch mehr und intensiver auf andere Leute zuzugehen und auch mal, ich sag mal, mich zu entschuldigen oder mich zurückzunehmen. Das ist sicherlich etwas, wo ich so denke, das hätte mir ein paar Jahre vorher auch schon ganz gut getan. Und auf der anderen Seite aber auch genau das Gegenteil. Ich finde, dass ich manchmal an Beziehungen, damit meine ich nicht eine partnerschaftliche Beziehung, sondern an Bekannten, Freunden, Kundenbeziehungen, dass ich manchmal zu lange an denen festgehalten habe. Es gibt in meinem Buch ein Kapitel, das heißt, darf ich dir das Tschüss anbieten? Und in der Erkenntnis, dass unsere Lebenszeit das Wertvollste ist, was wir haben, denke ich heute, manchen Menschen habe ich in meinem Leben zu viel meiner wertvollen Lebenszeit geschenkt, obwohl ich ein Bauchgefühl hatte, was mir gesagt hat, das ist nicht ideal. Mit dem Wissen von heute hätte ich mich früher wertschätzend abgegrenzt und diesen Menschen das Tschüss angeboten.
Äinschi [00:32:41]:
Wunderbares Kapitel, ich hab’s gelesen und hab mich so abgeholt gefühlt. Stefanie, ich entdecke wieder eine Gemeinsamkeit. Ich war früher auch so ein so ein bisschen Hau-drauf, Kopf-durch-die-Wand. Ich kenne das, ja. Und ja, ich glaube, deswegen habe ich mit dir so eine Verbundenheit, weil wir da viel gemeinsam haben. Vielen, vielen Dank, dass du uns diesen Einblick gegeben hast. In dem Buch sind noch 2 Kapitel. Da weiß ich, dass es auch deine Lieblingskapitel sind.
Ich habe mich in 1 verliebt. Da würde ich gerne dazu fragen. Auch der Martin wird es lieben. Der kriegt das Buch demnächst und wird es lesen, da bin ich sicher. Und zwar geht’s das Feiern. Was hat denn das Feiern mit Erfolg zu tun?
Stefanie Voss [00:33:22]:
Also, Piraten haben grundsätzlich einfach immer gefeiert. Das ist historisch überliefert. Und da kann man
Äinschi [00:33:29]:
sich natürlich fragen Macht ihr das schon am Feiern hier hinten? Na ja, und da kann
Stefanie Voss [00:33:33]:
man sich natürlich fragen, Moment mal, die wollten doch Beute machen. Die waren Segler, was soll das mit dieser blöden Feierei? Wenn man sich mal anschaut, wie wir Menschen durchs Leben gehen und wie oft wir morgens, ich sag mal, mit 1 schlechten Laune aufstehen und abends mit 1 schlechten Laune ins Bett gehen. Piraten haben verstanden, das Feiern und spezifisch das Singen und das Tanzen und Musik machen, dass das die gute Laune fördert. Und Piraten hatten halt ein sehr hartes Leben. Also historische Piraten sind wirklich nicht easy peasy durchs Leben geglitten, sondern auf der ganzen Welt wurden sie mit der Todesstrafe bestraft. Es war hart, es war entbehrungsreich. Segeln zu der damaligen Zeit war wirklich, wirklich nicht einfach. Und sie haben verstanden, dass wenn sie tanzen, wenn sie singen, wenn sie Musik machen gemeinschaftlich, dass das etwas für sie tut, dass das ihre Motivation fördert.
Und ich glaube, dass wir heute ein unglaubliches Feier-Korsett mit uns herumtragen, ja, also nur zum Geburtstag und am besten auch nur alle 10 Jahre eine große Party. Und ich meine, de facto werden wir jeden einzelnen Tag einen Tag älter. Also jeder Tag im Jahr ist ein Geburtstag. Und ich muss auch nicht mein zehntes oder mein zwanzigstes Firmenjubiläum feiern. Ich kann auch feiern, Ich bin heute 7 Jahre, 3 Monate und 22 Tage selbstständig. Kann ich auch machen. Ich könnte jeden Morgen aufstehen und mir überlegen, was feiere ich denn heute? Ich könnte jeden Tag mit Musik starten. Ich mache das auch nicht immer und jeden Tag.
Wenn ich aber weiß, ich habe einen sehr anspruchsvollen Tag vor mir, Dann ist mein Trick, ich nenne das der 6.30 Uhr Dancefloor. Dann mache ich morgens als Erstes in der Küche, ich stehe bei uns zu Hause als Erste morgens auf und mache Frühstück für die anderen, dann mache ich als Erstes mein Lieblingslied an, volle Lautstärke und rocke einmal 3 Minuten im Pyjama durch die Küche. Und jeder, der jetzt sagt, das geht ja bei mir nicht, weil da wack ich ja alle anderen. Doch, es gibt eine sensationelle Erfindung, die heißt Kopfhörer. Die könnt ihr euch alle leisten. Und damit funktioniert das. Ah, und Dann sehen mich meine Nachbarn im Pyjama tanzen. Ja, das ist bei mir auch so.
Es hat noch keiner geklingelt und mich in die Irrenanstalt eingewiesen. Es ist genau das. Dann halte ich aus, dass da Leute vorbeigehen und gucken und sich denken, ach du Scheiße, was macht die denn da? Ich lächle die an und die starten mit einem irritierten, aber vielleicht dann doch auch fröhlichen Gedanken über mich ebenfalls in den Tag. Wer das ein bisschen mehr gechallenged haben will, der macht das mit den Kopfhörern im Winter auf den Bahngleisen der Deutschen Bahn, wo es schön zugig ist. Da hilft nämlich das Tanzen gegen das Kaltwerden. Und da ist allerdings schon ein bisschen Wagemut gefragt, weil da gucken dann schon ein paar mehr Leute komisch, wenn man so neben seinem Rollköfferchen auf einmal anfängt, ein bisschen rumzurocken.
Äinschi [00:36:18]:
Du hast mich schon wieder abgeholt, Stefanie. Ich habe sofort ein Bild vor Augen. Ich war frisch verliebt mit meiner Frau. Das ist so, wir kennen uns jetzt seit guten 6 Jahren und wir waren das erste Mal am Gardasee in einem Italienurlaub. Wir waren schon verlobt, aber noch nicht verheiratet. Und laufen die Promenade entlang und die ganzen Cafés sind an und es strömt. Ich bin ja totaler Fan dieser 50er, 60er Jahre Lieder aus Italien. Und dann strömte hier Volare.
Und ich hab meine Frau geschnappt und wollte tanzen mit ihr. Und sie hat sich, meine Frau ist relativ introvertiert und die hat, er kann doch hier nicht tanzen. Und ich kann ja nur 1 sagen, ihr Lieben, ihr kennt mein Motto, tanzen geht immer. Und nach jetzt inzwischen 5 Jahren Ehe, meine Frau kommt nicht mehr aus. Jetzt nimmt sie mich manchmal und tanzt vor mir schon vorher. Weil wir nichts mehr draufgeben, was die Leute uns rum sagen. Denn tanzen geht immer. Ganz tolle Sache, liebe Stefanie.
Jetzt das zweite Kapitel, auf das ich kommen möchte, da geht es Emotionen. Und das gefällt mir besonders gut. Ich arbeite seit über 40 Jahren in der IT, wo ich manchmal früher mir gedacht habe, ich glaube, Emotionen, die geben die immer unten an der Tiefgarage ab, die nimmt keiner mit. Du hast im Kapitel 9 die Überschrift, nur Tote haben keine Emotionen. Worum geht es da?
Stefanie Voss [00:37:30]:
Ja, es geht genau diesen Wunsch nach weniger Emotionalität. Den äußern viele Menschen im Coaching, den äußern sie aber auch vor allem in Führungskräfte-Workshops. Ja, ich möchte nicht so emotional sein. Und ich denke immer, ey Leute, freut euch über jede Emotion, die ihr habt, weil sie zeigt euch, dass ihr am Leben seid, dass ihr lebendig seid. Ich beziehe mich in dem Buch sehr stark auf die Arbeit der südafrikanischen Psychologin Susan David, die ich an dieser Stelle sehr empfehlen möchte. Die hat ein Buch geschrieben, das heißt Emotionale Beweglichkeit. Letztendlich geht es darum, Emotionen als Wegweiser zu begreifen. Also, wenn mich etwas wahnsinnig glücklich macht, wenn mich etwas wütend macht, wenn mich etwas enttäuscht, wenn mich etwas ärgert, dann ist diese Emotion immer ein Hinweisschild auf mein eigenes Wertegerüst oder auf meine eigenen Glaubenssätze.
Also, wenn ich wahnsinnig wütend werde, zeigt das, irgendwas, was da gerade passiert, löst bei mir einen großen inneren Konflikt aus mit irgendeinem Wert. Und weil dieser Wert so verletzt wird, werde ich jetzt gerade wütend. Und wenn wir Emotionen so begreifen und sie als Hinweisschilder auf uns selbst nutzen, uns selbst zu erforschen, mal zu gucken, warum werde ich jetzt hier so wütend, warum bin ich da so enttäuscht, warum bin ich da so ängstlich, warum bin ich da so sorgenvoll, warum bin ich hier total überfordert, Was passiert da gerade? Dann können wir unglaublich viel über uns selbst lernen. Und auch dieser Satz eben, also nur Tote haben keine Emotionen, kommt von der Susan David. Und ich finde, das ist einfach so ein, ja, einfach nochmal eine schöne und klar, ich bin ja, ich liebe ja klare Kommunikation, ist einfach nochmal eine klare Ansage. Seid froh, Leute, dass ihr Emotionen habt, weil sie zeigen euch, was euch wichtig ist. Und Werte, ja, die persönlichen Lebenswerte, das, was in meinem Leben nicht verhandelbar ist, die finde ich sowieso wahnsinnig wichtig. Da sehe ich auch ein großes Defizit in unserer Gesellschaft, dass viele Menschen über Werte reden.
Die wenigsten haben ihre Werte für sich sehr klar definiert. Auch dazu gibt es eine Anleitung im Buch. Und ich glaube, dass wenn wir ein klares und für uns verständliches Werte-Gerüst haben, dann wird es eben auch viel einfacher, mit diesen Emotionen umzugehen, weil wir dann direkt sehen können, ach, guck mal, ja, das triggert mich so, Das triggert mich so, das triggert mich so. Ich weiß, das liegt daran, dass ich so und so denke, dass ich das für wichtig halte, dass das für mich nicht verhandelbar ist.
Äinschi [00:39:55]:
Stefanie, wir haben ganz viel gehört. Ich könnte noch 3 Stunden mit dir weitersprechen, weil es interessant, motivierend und inspirierend ist. Meine vorletzte Frage an dich. Gibt es aktuell eine wagemutige Vision, die du hast, die du uns erzählen würdest? Ich weiß, richtige Visionen erzählt man keinen anderen. Aber wo du drüber sprechen kannst, was du gerade vorhast oder planst. Das Buch ist geschrieben, dein Laden läuft. Hast du noch eine Vision?
Stefanie Voss [00:40:23]:
Also ich habe natürlich Visionen und immer wieder, sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext, tatsächlich die Vision für das Buch, die ist immer noch total lebendig. Ich habe das Buch geschrieben mit dem Anspruch, ich möchte mehr Wagemut in die Welt bringen. Wenn du dir anguckst, was uns herum passiert, was politisch, gesellschaftlich, was in Sachen Krieg und Frieden passiert, dann wünsche ich mir, dass wir den Wagemut haben, wir alle uns für die Dinge, die uns wichtig sind, einzusetzen. Wenn du mich fragen würdest, was wäre deine aktuelle, ganz große Vision zum Thema Wagemut? Ich wünschte mir, dass wir wieder mehr anfangen zu demonstrieren, auf die Straße zu gehen, für das, was uns wichtig ist, einzustehen, egal ob das zum Beispiel Feminismus ist, ob das Pazifismus ist, ob das eine starke Demokratie ist oder, oder, oder, dass Menschen sich aus dieser Haltung von ich kann ja sowieso nichts machen, verabschieden und sich wieder laut und deutlich und erkennbar äußern. Und dass es ganz, ganz viele sind. Das ist meine Vision, die ich im Moment habe. Ich habe mich damals sehr über Fridays for Future gefreut, wie diese Bewegung ganz schnell, ganz riesengroß und allumfassend geworden ist. Die ist ja dann durch die Pandemie quasi ein bisschen in sich zusammengefallen.
Dann gab es vor einiger Zeit diese Korrektivrecherchen, die ja auch noch mal ein ganz großes Aufstehen für die Demokratie erzeugt haben. Auch darüber habe ich mich sehr gefreut. Und ja, ich bin schon als 12- und 14-Jährige auf die Straße gegangen, für Dinge, die mir wichtig waren. Und ich wünsche mir, dass wir das alle mehr tun. Und wer nicht demonstrieren will, der darf sich gerne einbringen. Der darf gerne in die Politik gehen, in eine Partei eintreten, zu den Stadträten, zu den Landesparlamenten, zum Bundesparlament gehen, sich interessieren, mitdiskutieren. Das ist etwas, was ich mir sehr wünsche. Und vor allem, dass wir das alle sachorientiert und konstruktiv tun.
Äinschi [00:42:17]:
Und weil wir gerade über Tote auch gesprochen haben, die ja keine Emotionen haben, darf ich noch euch wieder mal ans Herz legen. Denkt dran, ihr könnt noch kleiner einsteigen, indem ihr einfach Menschen in eurem Umfeld, die euch begeistern, die euch beeindrucken, die es vielleicht brauchen, einfach mal ein Kompliment macht oder ein einfaches auf die Schulter klopfen. Sei es virtuell, finde ich toll, dass du, dass sie das gemacht haben. Ich unterstütze sie in Gedanken. Nicht jeder kann auf die Straße gehen. Aber wie Stefanie es sagt, seid aktiv und tut was. Und ihr könnt jetzt auch ganz viel tun, indem ihr, wenn ihr Bock habt, noch mehr von Stefanie zu erfahren, geht ihr in die Show Notes unten rein. Da ist verlinkt ihre Webseite und auch Ihr YouTube-Kanal.
Da könnt ihr ganz viele tolle, inspirierende Botschaften abholen per Video, die wirklich toll sind. Ich hab da schon reingestöbert. Das ist manchmal besser als irgendwie eine Netflix-Serie, weil sie es so toll rüberbringt. Geht da rein. Und Stefanie, die letzte Botschaft möchte ich dir überlassen.
Stefanie Voss [00:43:19]:
Ja, ich setze noch mal einen ganz kleinen Schritt vorher an. Ich habe die Botschaft ganz zum Schluss für euch. Aber weil du das gerade sagt, ihr könnt noch kleiner anfangen. Ich habe vor einiger Zeit mal zu Weihnachten in der Vorweihnachtszeit, ich hatte keinen Adventskalender und habe gedacht, okay, dann mache ich mir halt selber einen Adventskalender. Und so klein und unkonventionell kann es sein. Was habe ich gemacht? Ich habe mir überlegt, an 24 Tagen schreibe ich 24 unterschiedlichen Menschen eine E-Mail und bedanke mich für ihre Arbeit. Und das habe ich gemacht und ich habe Journalisten, Journalistinnen und Politiker und Politikerinnen angeschrieben. Ich habe vor allem die angeschrieben, deren politische Meinung ich nicht immer teile.
Ja, das war mir ganz, ganz wichtig. Und ich kann euch gar nicht sagen, Fast jede dieser E-Mails hat eine ausführliche Antwort bekommen und ganz, ganz viel Wertschätzung. Und das können wir alle machen. Wir können uns bei Menschen, die sich für uns, für unsere Interessen, dafür, dass wir hier alle zusammen funktionieren, die sich dafür in den Wind stellen, Bei denen können wir uns bedanken. So klein kann es anfangen. So, und die Botschaft, die ich immer habe am Ende meines Vortrags, auch am Ende meines Buches, ich weiß natürlich auch nicht, wie die Zukunft wird. Ich weiß nicht, wie es 2027, 28, 29 hier aussehen wird. Ich bin aber bei 1 Sache total sicher.
Konformität ist kein Erfolgsprinzip. Und insofern seid wagemutig, seid Piratinnen und Piraten und drückt der Welt und eurem eigenen Leben euren eigenen Stempel auf.
Äinschi [00:44:49]:
Vielen Dank, liebe Stefanie. Wow, da steckt jetzt so viel Energie drin. Ihr Lieben, heute konnte ich den Mut in dieser Folge förmlich mit meinen Händen greifen und spüren. Jetzt bleibt natürlich die Frage für euch alle da draußen, was macht ihr daraus? 1 merkt euch bitte, es sind nicht die großen Stürme, die unseren Kurs verändern, sondern es sind die leisen Entscheidungen, die wir selber jeden Tag treffen. Manchmal unbemerkt, aber mit großer Wirkung. Und sie beginnen dann, wenn du aufhörst zu warten und du sagst, jetzt gehe ich los, jetzt fange ich an, jetzt vertraue ich mir selber und setze die Segel. Und falls du deinen Kurs noch nicht kennst oder gerade in einem Windloch steckst, dann erinnere dich bitte daran, was ich euch immer jedes Mal ans Herz lege, holt euch Hilfe. Kein Pirat ist alleine auf seinem Schiff gesegelt.
Äinschi [00:45:53]:
Er hatte immer starke Hilfe an seiner Seite. Ahoi ihr Lieben, allzeit gute Fahrt und wir hören uns nächste Woche bei Äinschi’s Talk mit Martin und Äinschi. Tschüss!
Martin [00:46:04]:
Mutig und motiviert durchs Leben. Das war Äinschi’s Talk, der Motivations-Podcast mit U wie Mut. Mehr Inspiration gibt es in 1 Woche. Motivation pur. Gibt es in 1 Woche die Motivation pur.