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Klare Prioritäten setzen – eine Kernkompetenz für talentierte und neugierige Menschen

Es ist schön, ein offener und engagierter Mensch zu sein. Ich mag es, meine Nase immer wieder in neue Themen zu stecken.

Egal, was mir begegnet, ich schaue es mir an, bin breit interessiert, hier noch ein TED-Talk, dort noch ein Artikel, und da noch schnell ein Buch gekauft.

Und diese neue App mit den praktischen 5-Zutaten-Rezepten? Klar, probiere ich aus! Und kennst Du schon den Künstler xyz, dessen Video gerade viral geht? Den google ich gleich mal …

Kennst Du das?

STOOOOOP! Das ist auf Dauer eine ganz, ganz, GANZ böse Falle.

Wer viele Interessen und Talente hat, braucht unbedingt auch klare Prioritäten

Die Welt ist so bunt, so vielfältig, so spannend. Die Kombination aus Engagement, Leidenschaft und Neugierde ist in diesem Umfeld hochgradig gefährlich.

Denn egal, wie viel Energie Du hast, egal, wie schnell Du Dinge aufnimmst und verarbeitest, egal, was Du alles ganz effizient erledigst.

Auch Dein Tag hat nur 24 Stunden. Und auch Deine Energie ist irgendwann erschöpft.

Menschen mit vielen Talenten und Interessen werden oft bewundert. „Mensch, was Du alles weißt!“ oder „Wow, das kannst Du auch?“ oder „Wann hast Du das denn schon wieder gelesen?“ sind Sätze, die uns schmeicheln.

Wer breit interessiert ist, muss die eigenen Interessen auch managen können – aber genau diese Fähigkeit fehlt leider oft.

Ich bin da keine Ausnahme. Auch ich arbeite an dieser Fähigkeit. Der Grundbaustein ist das NEIN sagen.

Nur mit der Fähigkeit zu einem beherzten und klaren NEIN kann es gelingen, das Zeit- und Energiemanagement dauerhaft auf einem gesunden Niveau zu halten.

Welche typischen Fallen ergeben sich, wenn man nicht klar NEIN sagt und keine klare Prioritäten setzt?

Die Fallen lauern überall. Im privaten wie auch im beruflichen Kontext. In der Woche und am Wochenende, ständig und überall.

Weil wir so neugierig sind und so viele Informationen aufnehmen, stolpern wir ständig über diese Fallen.

Und schwupps, ist es wieder passiert! Also irgendwie … und eigentlich gar nicht so richtig absichtlich … naja hat sich so ergeben … habe ich mich wieder in eine Falle hineinkatapultieren lassen. Menno!

Schluss damit!

Achte konsequent auf die Fallen, die Dir Deinen eigentlichen Fokus rauben! Schmeiße Ihnen ein beherztes NEIN entgegen!

Je schneller wir die Fallen erkennen, desto besser. Deswegen habe ich Dir eine Liste meiner Highlights zusammengestellt:

1. Vergleiche sind (fast) immer ganz böse Fallen!

Okay, Deine Freundin Sandra hat dieses fantastische Online-Programm gebucht. Du hast es nicht getan … naja, noch nicht. Aber vielleicht wäre es doch auch etwas für Dich?

Was wäre, wenn Sandra dort Dinge lernt, die auch für Dich wichtig wären? Wenn Sandras irgendwann so viel weiter gekommen wäre als Du?

Hier gibt es nur eine Antwort: NEIN! Kein Vergleich, kein hätte, wäre, würde.

Wäre dieses Programm GENAU das richtige für Dich, dann hättest Du es direkt gekauft. Hast Du aber nicht.

Das Programm ist sicher gut, bestimmt sind etliche, interessante Inhalte dabei. Aber es ist nicht GENAU das, was zu Dir und Deinen Zielen 100 % passt.

Also freue Dich für Sandra und gratuliere ihr zu der Entscheidung. Und dann mache Dein Ding weiter.

NEIN sagen - 15 Formulierungen - von Stefanie Voss

Liste mit fertigen Beispiel-Sätzen:

15 klare Formulierungen für das passende NEIN in jeder Situation (kostenlose PDF)

2. Etwas „einfach nur so“ tun ist gefährlich.

Ab und zu ist es richtig schön, mal etwas „einfach nur so“ zu tun. Deine Neugierde ist befriedigt und eine neue Erfahrung ist bereichernd. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Aber Achtung! „Einfach nur so“ kann schnell eine Entschuldigung für echte Verzettlung werden. Hier noch was lesen, da noch einfach nur so etwas recherchieren, dort noch schnell einen Satz notieren …

Ein „einfach nur so“ solltest Du nicht leichtfertig denken oder sagen. Entweder ist es WIRKLICH ein Weg zu einer neuen Erfahrung, oder es ist eine Ablenkung von Deinem Fokus.

Dann heißt die einzig richtige Antwort NEIN.

3. Feste Zeitpunkte für feste Ziele sind nicht immer hilfreich.

Ich kann mich kaum erinnern, in den 12 Jahren meiner Selbständigkeit mal ein eigenes Projekt EXAKT zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt fertiggestellt zu haben.

Bei Kundenprojekten gelingt mir das sehr gut, aber bei meinen eigenen Themen kommt immer was dazwischen.

Hier noch eine Zusatz-Idee, da noch eine technische Hürde. Irgendwas ist immer.

Wenn ich zum Zeitpunkt X noch nicht fertig bin, gebe ich nicht auf. Sondern mache einfach weiter. Wenn mich jemand festnageln will auf einen Termin, dann sage ich dazu NEIN!

Wenn ich eine große Idee habe, braucht sie die Zeit, die sie braucht. Nur weil eine Deadline vorbei ist, gebe ich nicht auf.

Meine Leidenschaft für das Ergebnis – und meine Wadenbeißer-Qualitäten – sind wichtiger als Termine im Kalender.

4. Du musst nicht alles begründen und erklären.

Manche Menschen können nachvollziehen, was mich antreibt, manche nicht.

Manche Menschen verstehen, dass ich gerne koche, Postkarten schreibe, bastle, Fensterscheiben und Steine bemale, andere finden das Kinderkram.

Manche Menschen teilen meinen Glauben an Spiritualität und etwas, das größer ist als wir selbst, andere nicht.

Manche verstehen, warum ich den Schritt in die Selbständigkeit gegangen bin, andere nicht.

Ich war SEHR gerne Abteilungsleiterin in einem internationalen Konzern, ich hatte ein RICHTIG tolles Team, und dennoch habe ich nach meinem Gefühl heute einen Platz in der Welt, der besser zu mir passt.

Ich erkläre das nicht mehr. Ich lebe es einfach so, wie ich es für richtig halte.

Rechtfertigungen sind Zeit- und Energiefresser. Es ist Dein Leben, Deine Entscheidungen, Dein Steuer in Deiner Hand.

Sage NEIN zu allen Formen bescheuerter Rechtfertigungen, die brauchst Du nicht.

5. Helfen ist nicht immer hilfreich.

Wer viel kann und viel weiß, wird oft um Hilfe gebeten.

Es ist okay, NEIN zu sagen. Nicht jeder Mensch in Deinem Umfeld hat ein Recht auf Deine Zeit und Deine Energie.

Horche immer erst in Dich hinein, ob Du wirklich helfen willst, und gebe erst dann eine beherzte Antwort. Und ja, diese Antwort sollte öfter mal NEIN heißen. Der Tag hat 24 Stunden.

Bist Du sicher, dass Du als „hat-immer-alles-für-alle-gemacht-Depp“ in Erinnerung bleiben willst?

6. Ungebetenes Feedback ist kein verlässlicher Ratgeber.

Es gibt Menschen, die ich gezielt um ihre Meinung bitte. Und dann möchte ich offen und klar hören, was sie denken. Ich mag Klartext – gerde in Bezug auf meine eigene Person.

Manchmal erklären mir fremden Menschen ganz ungefragt, wie ich etwas zu tun und zu lassen hätte. Das höre ich mir immer sehr interessiert an.

Rückmeldungen sind definitiv hilfreich, sie zeigen mir meine Wirkung – auf diese, EINE Person. Daraus kann ich immer lernen, sowohl über mich, als auch über die Person.

Ich nehme mir diese Rückmeldungen NICHT persönlich zu Herzen. Wenn es darum geht, ob ich diese Ratschläge umsetze, sage ich selten ja, und viel öfter NEIN.

7. Weniger Input bedeutet mehr Zeit für Kreativität.

Für jeden Newsletter, den ich neu bestelle, wird ein anderer abbestellt.

Jedes Buch, das ich nicht UNBEDINGT behalten will, um es regelmäßig wieder zur Hand zu nehmen, wird sofort weiter verschenkt, wenn ich es ausgelesen habe.

Für jedes neue Paar Schuhe wird ein altes Paar weggegeben. Regelmäßiges Ausmisten in allen Fächern, Regalen und Schubladen (besonders in meinem Büro!) ist eine absolute Pflicht.

Neugierige und talentierte Menschen neigen dazu, sich selbst zuzuschütten, mit materiellen Dingen und mit Informationen.

Wer oft Neues ins Leben lässt, sollte auch beherzt loslassen und Abschied nehmen.

Du willst direkt loslegen? Bitteschön: Schaue Dir zum Beispiel jedes Buch in Deinem Regal an einzeln an. Darf dieses Buch Dich weiter begleiten, ist es wirklich wichtig? Sprich viele, beherzte NEINs aus!

8. Sage NEIN zu Beschäftigungsfallen.

Manchmal haben wir das Gefühl, wir tun etwas, aber stattdessen beschäftigen wir uns nur unproduktiv mit einer Sache.

Wir recherchieren, lesen, sprechen mit zig Leuten über ein Vorhaben, aber so richtige, echte Schritte unternehmen wir nicht.

Das ist die Beschäftigungsfalle. Wir beschäftigen uns, statt zu handeln.

Frage Dich bei dem, was Du tust, öfter mal: „Beschäftige ich mich gerade einfach nur mit einem Thema, oder bin ich wirklich handlungsorientiert unterwegs?“

Sage NEIN zu Beschäftigungen, und JA zu Handlungen.

Wie sagt es die Amerikanerin Marie Forleo immer so schön: „Clarity comes from engagement, not thought!“

9. Mache Aufschieberitis zu Deiner Entscheidungshilfe in Sachen NEIN sagen.

Wenn Du etwas zum 5. Mal verschoben hast, ist das ein ziemlich guter Hinweis darauf, dass Du es nie tun wirst.

Alles, was nicht DIREKT Deine Energie bekommt, wird sie vermutlich auch später nicht bekommen. Also könntest Du auch beim ersten Mal Aufschieben direkt NEIN sagen, oder?

NEIN sagen - 15 Formulierungen - von Stefanie Voss

Liste mit fertigen Beispiel-Sätzen:

15 klare Formulierungen für das passende NEIN in jeder Situation (kostenlose PDF)

Meine Strategie für klare Prioritäten in einem Satz:

Jedes beherzte NEIN ist ein Stück Freiheit!

Ich treffe jeden Tag gute und nicht so gute Entscheidungen. Das ist okay so. Denn jeden Tag kann ich dazulernen, und morgen neue Entscheidungen treffen.

NEIN sagen ist auch für mich oft schwer. Nur weil ich es oft mache, heißt das nicht, dass es mir immer ganz locker-flockig über die Lippen geht.

Es wird jedoch einfacher. Weil die innere Klarheit die Rückblick-Zweifel nach dem Motto „Mensch, war ich nicht doch zu hart? Zu ehrlich? Hätte ich nicht vielleicht doch besser … usw.“ schneller auflöst.

Jetzt mal Butter bei die Fische:

Du hast bis hierher gelesen. Welches NEIN wirst Du jetzt als Erstes aussprechen?

Es gibt sogar noch einen weiteren Artikel zum Thema:

NEIN sagen lernen: 5 wertvolle Tipps und wieso jedes NEIN ein Ja zu Dir selbst ist

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NEIN sagen - eine Kernkompetenz für talentierte und neugierige Menschen - Blogartikel von Stefanie Voss
Stefanie Voss mit Stift

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