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Diese 4 Dinge würden exzellente Zuhörer niemals tun

Ich bin ein eher extrovertierter Mensch, gehe gerne in den Kontakt mit anderen und teile mich meiner Umwelt gerne mit. Als Business Coach (und natürlich auch als Ehefrau, Freundin, Kollegin und Mutter) geht es jedoch sehr oft um das genaue Gegenteil: Wie kann ich meinem Gegenüber Raum geben? Wie kann ich eine exzellente Zuhörerin sein?

Mir gehen dabei häufig die folgenden Fragen durch den Kopf:

  • Wie kann ich der Person, die mir gegenüber sitzt, dabei helfen, sich jetzt gerade wirklich gehört und auch gut verstanden zu fühlen?
  • Wie kann ich eine tiefe und  einfühlsame Verbindung zwischen mir und der anderen Person schaffen, selbst, wenn wir uns noch nicht lange und nicht so gut kennen?
  • Wie kann ich gut durch komplexe und schwierige Diskussionen kommen, ohne etwas womöglich Verletzendes oder Unsensibles zu sagen?

Natürlich habe ich nicht immer die besten Antworten auf diese Fragen parat. Ich verhalte mich nicht immer perfekt, es ist manchmal sogar sehr anstrengend, mein eigenes Mitteilungsbedürfnis im Zaume zu halten – gerade im privaten Kontext.

Aber weil als Leadership & Team Coach und Workshop-Facilitator das Zuhören zu meinem beruflichen Basis-Werkzeug gehört, arbeite ich immer und immer wieder daran, hier noch besser zu werden.

Es gibt eine große Überraschung:

Um ein wirklich guter Zuhörer zu sein, geht es vor allem darum, was Du weniger tun solltest, und nicht darum, was Du mehr tun solltest.

Wirklich großartige Zuhörer tun nicht unbedingt mehr als der Rest von uns. Sie sind nicht zwangsläufig konzentrierter, fokussierter oder haben eine ganz spezielle Körperhaltung.

Sie sind einfach sehr gut darin, schlechte Gewohnheiten loszulassen. Denn genau die können beim Zuhören oft im Wege stehen.

Wenn Du ein besserer Zuhörer werden möchtest, dann kannst Du Dich also „einfach“ am Loslassen schlechter Zuhör-Gewohnheiten orientieren.

Vielleicht hast Du die hier aufgelisteten nicht alle, umso besser. Aber – mal ehrlich unter uns – die eine oder andere blöde Angewohnheit wirst Du vielleicht schon mal bei Dir selbst entdecken können.

Wenn das so sein sollte, dann kannst Du sie aktiv aus dem Weg räumen. Und genau das wird Dich in Deiner Qualität als Zuhörer nach vorne bringen.

1. Du versuchst, Gespräche zu „gewinnen“.

Wenn Du Gespräche wie Wettbewerbe behandelst, dann wirst Du auf jeden Fall verlieren. Vielleicht behältst Du zwar im Dialog die Oberhand, aber genau das wird für die persönliche Beziehung ein echter Verlust sein.

Viele Menschen tun sich schwer damit, gute Zuhörer zu sein, weil sie emotional verunsichert sind. Sie betrachten Gespräche – gerade im Business! – oft als eine Art Wettbewerb, immer mit dem (unbewussten) Ziel, zu gewinnen und sich gerechtfertigt und gut zu fühlen.

Merke: Du kannst kein effektiver Zuhörer sein, wenn Dein oberes Ziel darin besteht, die andere Person mit guten Argumenten, mehr Redeanteil oder umfassenderem Wissen zu schlagen – und dabei Dein eigenes Ego zu stärken.

Mit dieser einfachen Frage kannst Du Deine eigene Intention auf den Prüfstand stellen: „Will ich hilfsbereit und unterstützend sein, oder will ich meine Kompetenzen demonstrieren und mich gut fühlen?“

Sorge für einen guten, wertschätzenden Kontakt zu Dir selbst, bevor Du in ein Gespräch gehst. Mache nicht Deinen Gegenüber dafür verantwortlich, dass Dein Selbstwert gestärkt werden muss.

Der Schlüssel zu einem guten Kontakt zu Dir selbst ist die Selbstreflexion. Dazu habe ein ein umfassendes E-Book geschrieben, hier kannst Du es kostenlos herunterladen.

Anstatt Gespräche als Wettbewerbe zu sehen, solltest Du sie als Situationen erleben, in denen es überhaupt nicht um Dich geht. Wenn es Dir allein um die wirklich gute Verbindung geht, dann steigt Deine Fähigkeit, wirklich gut zuzuhören, quasi von alleine sprunghaft an.

2. Du fokussierst Dich auf das Problem, nicht auf die Person.

Nur weil jemand ein Problem hat, heißt das nicht, dass er ein Problem ist.

Viele von uns sind im Herzen superschlaue und extrem versierte Problemlöser. Wir verbringen den ganzen Tag damit, Probleme und Fehler zu identifizieren und dann unseren Verstand zu nutzen, um kreative Lösungen für sie zu finden. Ich bin auch so ein bekennender Turbo-Problemlöser.

Warum ist das so? Ganz einfach! Den größten Teil unserer Schul- und Ausbildungszeit haben wir gelernt und verinnerlicht: Das Lösen von Problemen ist eine unglaublich wertvolle Fähigkeit! Es ist einer DER Karriere-Booster, denn wer Probleme lösen kann, kommt voran!

Nun ist esd aber so, dass in bestimmten Situationen das Lösen von Problemen ganz böse nach hinten losgehen kann, manchmal auf geradezu spektakuläre Weise!

Wenn jemand „reden will“, möchte er nämlich oft nicht, dass jemand seine Probleme löst. Er möchte sich einfach nur verstanden fühlen.

Bei den besten Gesprächen geht es um Zwischenmenschlichkeit, nicht um Informationen.

Wenn wir von einem Problem erfahren, dann ist es leicht, sich mit diesem Problem zu identifizieren und direkt auf die Lösungssuche zu gehen.

Wirklich gute Zuhörer helfen der anderen Person jedoch, zu erkennen, dass nicht sie selbst das Problem sind. Und das hat nichts mit irgendeinem Lösungsansatz zu tun. Das ist übrigens der Schlüssel in meiner Arbeit als Business Coach. Nicht das Lösen, sondern das Zuhören – darum geht es.

Wer wahrhaftig zuhören kann, wer gute Fragen stellen kann, wer da ist und Aufmerksamkeit schenkt, der hilft der anderen Person, sich gehört zu fühlen und zu verstehen, dass sie mehr als nur ihr Problem ist.

Um ein besserer Zuhörer zu sein, konzentriere Dich auf die Person, nicht auf das Problem.

Konzentriere Deine Aufmerksamkeit auf die Person, die neben Dir sitzt – wie sie sich fühlt und wie die Welt jetzt mit ihren Augen aussehen mag.

Wenn Du das tust, dann bist Du empathisch, Du bist bei diesem Menschen, und Du vermittelst, dass sie nicht allein sind, was auch immer sie gerade durchmachen.

Alles, was Du tun musst, ist da zu sein und den Mund zu halten.

3. Du bewertest die Gefühle anderer Menschen.

Wenn Du die Gefühle Deines Gesprächspartners bewertest (oder sogar abwertest), dann bist Du auf dem besten Weg, ein grauenhafter Zuhörer zu sein.

Das kann leider manchmal schnell passieren: Jemand erklärt uns, wie traurig, frustriert, ängstlich oder beschämt er sich fühlt. Wir wollen empathisch sein und hilfsbereit und sagen fast schon reflexhaft so etwas wie: „Aber so musst Du Dich nicht fühlen, wirklich nicht, Du kannst es doch auch anders sehen …“

Und obwohl Du sicher mit besten Absichten unterwegs bist, ist das absolut falsch. Du  beurteilst die Gefühle Deines Gegenübers und machst sie ein Stück weit ungültig / falsch / nicht angemessen.

Das ist übrigens ein typisches Chef-Mitarbeiter-Problem. Der Chef kann nicht verstehen, was den Mitarbeiter so runterzieht, er ist selbst nämlich schon 3 Schritte weiter und hat eine perfekte Lösung im Kopf. Und genau da entstehen die typische Kommunikationsfallen im Business.

Andere Menschen dürfen sich so fühlen, wie sie sich fühlen, selbst wenn das für Dich nicht immer nachvollziehbar ist. Wir alle reagieren individuell sehr unterschiedlich – und es geht darum, genau das zu 100% anzuerkennen.

Unabhängig davon, ob Du glaubst, dass die Gefühle eines Menschen Sinn ergeben oder nicht, ist seine Erfahrung mit diesen Gefühlen immer gültig!

Für Dich ist es zum Beispiel total unwahrscheinlich, dass eine schreckliche Sache passieren könnte, und daher ist die Angst der anderen Person aus Deiner Sicht nicht gerechtfertigt.

Schön und gut – ihr habt unterschiedliche Einschätzungen und unterschiedliche Angst-Trigger. Deine Aufgabe als guter Zuhörer ist es jedoch nicht, die Ängste, Frustrationen oder dergleichen Deines Gesprächspartners zu beurteilen. Deine Aufgabe ist es, diese Gefühle als seine Gefühle voll anzuerkennen.

Gute Zuhörer behandeln Gefühle anderer Menschen niemals als Probleme.

Versuche nachzuvollziehen, wie schwer es sein muss, sich so zu fühlen. Weise nicht auf Gründe hin, warum er sich nicht so fühlen sollte, wie er es tut. Echte Empathie sieht so aus:

  • Wow, das muss wirklich frustrierend für dich gewesen sein.
  • Ich kann mir nur vorstellen, wie schrecklich sich das anfühlen muss.
  • Es scheint, als ob Du gerade sehr traurig bist.

Deine Hauptaufgabe als guter Zuhörer ist es, einfühlsam zu sein – und nicht rational-kognitiv irgendwas zu erklären oder zu beschwichtigen.

4. Du ignorierst Deine eigenen Gefühle.

Wenn Du nicht ganz genau einschätzen kannst, was gerade in Dir selbst vorgeht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Du etwas Dummes sagst. Wenn Du Deine Hausaufgaben in Sachen Selbstreflexion nicht gemacht hast, dann wird das irgendwann Konsequenzen haben.

Wir alle glaube sehr gerne von uns selbst, rein rational und kognitiv unterwegs zu sein. Insbesondere dann, wenn wir die Rolle eines guten Ratgebers für jemanden spielen, der Probleme hat.

Aber leider ist das mit der Rationalität so eine Sache … sie ist eher die Ausnahme als die Regel. Wir sind meistens eher so etwas wie Emotions-Maschinen.

Weitaus häufiger hängt das, was wir tun und was wir sagen davon ab, wie wir uns fühlen – oder wie wir uns fühlen wollen:

  • Einem Partner oder geliebten Menschen Ratschläge zu seiner Angst zu geben, ist oft durch unser eigenes Unwohlsein motiviert, wenn der andere Angst fühlt. Wir geben Ratschläge eigentlich nur, damit wir uns selbst besser fühlen.
  • Wir geben Kommentare oder Antworten ab, die eigentlich unfair und gemein sind. Wir haben nämlich manchmal noch eine Rechnung offen, nach dem Motto: „Du hast mir gestern einen blöden Spruch gedrückt, also höre ich mir jetzt das Gejammer über deinen Chef nicht länger an!“
  • Wir sagen einem Kollegen, er solle sich einfach zusammenreißen und lächeln, wenn er traurig ist. Das rührt daher, dass wir tief im Inneren glauben, dass wir uns mit der richtigen Einstellung niemals traurig, niedergeschlagen oder hoffnungslos fühlen müssen.

Deine eigenen Emotionen sind DER Schlüssel, der Dein Verhalten als Zuhörer beeinflusst.

Wenn Du dir Deiner eigenen Gefühle nicht ganz genau bewusst bist, wirst Du niemals ein guter Zuhörer sein.

Du nutzt dann die Gespräche mit anderen, um Deine eigene Emotionswelt „in Ordnung“ zu bringen.

Wirklich gute Zuhörer sind in gutem Kontakt zu sich selbst und dabei im Gespräch selbstlos. Ein wirklich gesundes und tiefes Selbst-Bewusst-Sein, welches Du durch regelmäßige Selbstreflexion erreichen kannst, das ist der einzige Weg, dem Sog Deiner eigenen Emotionen zu widerstehen. Nur dann kannst Du Dich auf die andere Person konzentrieren.

Gute Zuhörer haben genauso viel Selbst-Empathie wie auch Empathie gegenüber anderen Menschen.

Als Business Coach ist es daher meine erste Aufgabe, meine eigenen Themen zu kennen und ganz klar hintenan zu stellen, wenn ich in einen Coaching Auftrag gehe. Ich weiß das und nehme regelmäßig Supervision in Anspruch. Das ist die Basis für meinen Coaching-Erfolg.

Das Wichtigste zum Thema GUTES ZUHÖREN nochmal im Überblick:

Ein besserer Zuhörer zu werden bedeutet, alles das, was gutes Zuhören verhindert, aus dem Weg zu räumen.  

Hör auf, Gespräche gewinnen zu wollen.

Konzentriere Dich auf die Person, nicht auf das Problem.

Vermeide es, die Gefühle anderer Menschen zu entkräften.

Sei achtsam in Bezug auf Deine eigenen Gefühle.

Gutes Zuhören ist DIE Kompetenz, um vertrauensvolle und belastbare Beziehungen aufzubauen, die Dich durch Dein Leben tragen.

Es lohnt sich immer, beim Zuhören in Deine eigene Weiterentwicklung zu investieren. Das wird sich nicht nur auf Deine Gespräche auswirken, sondern auch in ganz viele andere Lebensbereiche ausstrahlen – im allerbesten Sinne!

Es ist außerdem eine essentiell wichtige Kompetenz guter Führungskräfte. Wenn Du gerne einmal tiefer „in Dein Team hineinhorchen“ willst und das Alltags-Miteinander genauer unter die Lupe nehmen möchtest, dann ist vielleicht ein Team Coaching sinnvoll. Melde Dich gerne, wenn Du mehr dazu erfahren möchtest.

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