STEUERST DU DEIN LEBEN?
Oder lässt Du andere steuern?

Zu Gast im Podcast Lifepunk: Wie Du endlich NEIN sagen kannst

Stefanie Voss zu Gast bei Peggy Patzschke

Podcast mit Livepunkt: Wie Du endlich NEIN sagen kannst - Stefanie Voss

„Leader on my ship“ – Wie Du Dein eigenes Ruder in die Hand nimmst und mutig durchs Leben segelst.

Selbstbewusstsein & Klarheit: Übernimm die Führung in Deinem Leben!

Ich hatte die Freude, im Podcast „Lifepunk“ mit Peggy Patzschke über Selbstbewusstsein, Netzwerken und die Kunst des Nein-Sagens zu sprechen. In dieser Folge erfährst Du, warum es so wichtig ist, die Führung im eigenen Leben zu übernehmen, wie Du souverän mit Gegenwind umgehst und was wir von Piraten für Business und Leben lernen können.

Das erwartet Dich in diesem Interview:

➔ Warum Selbstwirksamkeit der Schlüssel zu einem erfüllten Leben ist
➔ Die Kunst des Nein-Sagens – klare Grenzen setzen
➔ Die Piratenstrategie: Mutiger leben und selbstbewusst auftreten

Hier geht es direkt zum Interview:

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Transkript

Peggy Patzschke [00:00:00]:
Heute geht’s Selbstbewusstsein und ums richtige Nein-Sagen mit einer Expertin für Karriere und vage Mut, Coach und Weltumseglerin Stefanie Voss. Dieser Frau wird man gleich neugierig, wenn man auf ihrer Webseite liest, Businessfrau trifft Piratenseele. Stefanie Voss coacht Führungskräfte und Mannschaften beim Souveränsein und Aushalten von Gegenwind und sie weiß ganz genau, wovon sie spricht. Denn sie ist selbst die Welt gesegelt als Crewmitglied einer Segeljacht. Sie war mit 31 schon Abteilungsleiterin in einem DAX-Konzern, ist heute Mama von zwei wilden Jungs, liebt Piraten und verrät uns heute, wie wir noch stärker die Führungskraft in unserem eigenen Leben werden und besser Nein sagen. Stefanie Voss. Liebe Stefanie, ich habe den Zuschauern jetzt gerade schon erzählt, du liebst Piraten. Man sieht dich auch auf deiner Webseite mit so einem ganz tollen Piratenfoto, tolles Outfit.

Und hast daraus auch eine Strategie entwickelt, über die wir sicherlich nochmal sprechen können. Mir ist auch der Satz ins Auge gesprungen, leader on my ship, also ran ans Ruder des Lebens. Das ist deine Botschaft, die du rüberbringen willst. Warum? Denkst du, dass viele von uns das zu wenig machen?

Stefanie Voss [00:01:27]:
Eigentlich wissen wir alle, dass wir unser Leben selber führen. Und uneigentlich und in der Realität fühlt es sich oft nicht so an. Ich erlebe immer wieder Menschen und mich natürlich selber auch, in Situationen, wo ich das Gefühl habe, ich stehe nicht am Steuer. Die Rahmenbedingungen geben das vor, was ich machen kann oder machen werde. Daraus ergibt sich ganz schnell eine Haltung von, ich kann nichts dafür, ist alles doof, ich bin das arme Opfer. In der Opferrolle haben wir keine Selbstwirksamkeit. Selbstwirksamkeit ist für mich die Essenz des Lebendigseins. Wenn ich mich selbstwirksam fühle, wenn ich das Gefühl habe, ich kann mein Leben steuern und beeinflussen, ja, dann fühle ich mich lebendig.

Dann dann habe ich Kraft und dann habe ich Energie. Und Lieder on my Ship, das fasst es einfach so schön zusammen. Ich bin Seglerin, ich liebe das Wasser, das Meer. Da passt natürlich diese Wortanalogie ganz schön dazu. Und ja, es ist auch mein Lebensthema. Ich behaupte von mir, in fast allen Situationen mittlerweile leader on my ship zu sein. Natürlich werde ich da auch manchmal wieder rausgekickt, aber ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, Menschen zu ermutigen, viel fester und klarer und konsequenter das Steuer ihres eigenen Lebens in die Hand zu nehmen.

Peggy Patzschke [00:02:46]:
Ja, da muss ich natürlich sofort einsteigen, wenn du das Stichwort bringst, Segeln, Weltumseglung. Mit Mitte 20, da kam es dann zu dieser Entscheidung. Du warst Crewmitglied auf einer Segeljacht und du sagst so Hand gegen Koje. Das war damals der Deal. War das jetzt wirklich ein Zufall oder war das auch schon so eine ganz selbstwirksame Entscheidung von dir?

Stefanie Voss [00:03:06]:
Also es war ein bisschen beides. Also auf der einen Seite bin ich seglerisch vorbelastet. Ich habe einen Großvater, der Segler war und der auch Weltumsegler war und der sogar tatsächlich alleine die Welt gesegelt. Also man nennt das in der Seglersprache ein Einhandsegler.

Peggy Patzschke [00:03:21]:
Das hat

Stefanie Voss [00:03:21]:
man jetzt vielleicht mal gehört bei Boris Herrmann, der ja gerade in dem Rennen alleine die Welt gesegelt ist. Mir war immer klar, alleine segeln will ich nicht.

Peggy Patzschke [00:03:30]:
Das ist

Stefanie Voss [00:03:30]:
absolut nicht meine Art zu segeln. Aber ich fand Segeln immer faszinierend. Ich hatte in jungen Jahren kein Meer vor der Haustür. Ich bin aufgewachsen im Rheinland. Als ich die Gelegenheit ergab und in Argentinien gelebt habe, in Buenos Aires, hab ich mit dem Rio de la Plata vor der Tür einen Segelschein gemacht und habe festgestellt, wow, ist mein Ding, gefällt mir, total cool. Na ja, und dann haben verschiedene Zufälle dazu geführt, dass ich mitbekommen habe, dass eine Gruppe von Schiffen die Welt segelt Und dass die auch in Argentinien vorbeikommen. Und dann habe ich mich an diese Organisation gewendet, die diese Reise organisiert hat. Und habe einfach mal gefragt, wie ist denn das? Kann man da irgendwie mal mitsegeln? Und dann habe ich dieses Hand-gegen-Koje-Konzept kennengelernt, was in der Seglerwelt total üblich ist, gerade bei Langstreckenseglern.

Dann habe ich mich entschieden, das zu machen. Ich habe meine Arbeit so organisiert, dass ich eine Art Säbettike bekam. Das gab es damals noch nicht. Aber ich habe eine Sonderregelung für mich rausgeschlagen.

Peggy Patzschke [00:04:32]:
Dann bin

Stefanie Voss [00:04:32]:
ich an Bord gegangen, Hand gegen Koje. Es war irgendwie schon geplant. Es war aber auch eine sehr naive Entscheidung. Denn wenn man mal an der Küste gesegelt ist, hat man noch keine klare Vorstellung davon, was es bedeutet, rauszugehen auf die See und auch mal zehn, 14, 20 Tage auf dem Wasser zu sein. Das ist auf der einen Seite ein tolles Naturerlebnis. Auf der menschlichen Seite ist das eine ziemliche Herausforderung, sich mit zwölf Leuten für zwei Wochen auf 35 Quadratmetern, man muss fast sagen, einzusperren. Aussteigen ist auf hoher See irgendwie nicht möglich. Die Option heißt dann Selbstmord.

Das ist eine ungünstige Option.

Peggy Patzschke [00:05:19]:
Es war weniger romantisch, als wir uns das alle vorstellen. Du hast auch kurz ans Aufgeben gedacht?

Stefanie Voss [00:05:24]:
Ja, also, es war extrem unromantisch, das kann man, glaub ich, wirklich sagen. Das Erste, was auf so einem Segelschiff schon mal überhaupt nicht vorhanden ist, ist irgendeine Form von Privatsphäre. Man ist da gemeinsam, und zwar 24 Stunden gemeinsam. Selbst wenn man in der eigenen Koje liegt, wenn ich geschlafen habe in meiner Koje, haben mich die anderen in Ruhe gelassen. Aber meine Koje lag am Durchgang zur Toilette. Das heißt, jeder, der pullern musste, ist immer schön an meiner Koje vorbeimarschiert. Also Privatsphäre, die Romantik. Ja, natürlich gibt es die Sonnenaufgänge, die du nie mehr vergisst.

Die gibt es natürlich. Aber es gibt auch viel Zoff, es gibt auch viel Streit, es gibt auch viel Enge. Es ist einfach ein Schmelztiegel der menschlichen Emotionen. Grade dann, wenn’s auch mal anstrengend wird, wenn das Wetter nicht gut ist, Wenn die Sachen nicht so laufen, wenn Dinge an Bord kaputt gehen, dann ist schon viel menschliche Emotion im Spiel. Das ist ganz schön komplex, wenn da zehn, zwölf verschiedene Charaktere aufeinandertreffen. Das hat mit Romantik überhaupt nichts mehr zu tun.

Peggy Patzschke [00:06:32]:
Das ist eine richtige Schule fürs Leben. Du hast gesagt, das ist sehr persönlichkeitsbildend. Nenn noch mal ein paar Punkte, die du für das Leben gelernt hast oder fürs Business.

Stefanie Voss [00:06:45]:
Das Wichtigste, was ich auf dem Segelschiff gelernt habe, ist die ungefähr dümmste Strategie, die man anwenden kann, wenn man mit anderen Menschen klarkommen möchte, ist das Recht haben wollen.

Peggy Patzschke [00:06:55]:
Oh ja.

Stefanie Voss [00:06:55]:
Du bist extrem unattraktiv als Mensch auf engem Raum, wenn du immer deinen Willen durchsetzen willst. Also die Kompromissfähigkeit wird an Bord so eines Schiffes sehr geschult. Und na ja, jetzt muss ich ehrlicherweise dazu sagen, ich bin schon ein Mensch ausgestattet mit einem großen Ego, mit viel Selbstbewusstsein, Mit viel Energie und Lautstärke und Extrovertiertheit. Ich sage immer so rückblickend, ich bin auf dem Schiff ein Stück weit rundgeschliffen worden. Ich habe mir mein Ego auf eine sehr harte, aber doch wichtige Art und Weise abgeschliffen. Ich habe mir das Rechthabenwollen abgewöhnt. Für meine weitere Karriere, ich war ja in einem Großkonzern zu der Zeit beschäftigt, war das super wichtig. Weil ich war vorher schon der Typ Mensch, ich wollte mit dem Kopf durch jede Wand.

Das ist sicherlich auch mal hilfreich, aber es ist dauerhaft keine gute Strategie. Und das habe ich mir wirklich auf dieser Reise abgewöhnt. Ich habe da viel über mich selber gelernt. Ich habe viel an mir selber gearbeitet, weil ich einfach mit meinem eigenen Verhalten so viel Scherben erzeugt habe, dass ich relativ schnell auf den Trichter gekommen bin, okay, so geht es irgendwie nicht weiter, du bist total unglücklich, du kommst in keinen guten Kontakt zu deinen Mitseglerinnen und Mitseglern und Du bist jetzt diejenige, die hier was verändern muss.

Peggy Patzschke [00:08:28]:
Du hast es ja angeschnitten, Dein anderes Leben war jetzt wirklich die ganz erfolgreiche Karriere. Du warst mit 31 Jahren schon Abteilungsleiterin in einem DAX-Konzern. Du warst in den USA, Europa, Lateinamerika, viersprachig unterwegs. Was hast du denn aus dieser Zeit, wo du so busy warst, dafür eine wertvolle Erfahrung mitgenommen für dein Leben. Was hast du da am meisten gelernt?

Stefanie Voss [00:08:51]:
Ich bin ein internationaler Mensch. Ich liebe den Kontakt und den Austausch mit anderen Kulturen. Ich hab mich allerdings auch in diesem internationalen Kontext, ich hab mich sehr deutsch gefühlt immer wieder. Das fand ich auch eine spannende Erfahrung, so kulturelle Prägung zu erleben. Solange ich in meinem eigenen Umfeld unterwegs bin, merke ich nicht, dass ich anders oder spezifisch bin. Es sind ja alle so. Aber im internationalen Kontakt, in diesem internationalen Austausch habe ich kulturelle Prägungen kennengelernt. Das hat mich fasziniert, wie sehr wir durch das, was wir mitgegeben bekommen haben, uns auch entwickeln.

Und das ist natürlich heute, ich arbeite ja auch als Coach, ist es natürlich total spannend, eben zu gucken, warum ticken Menschen eigentlich so, wie sie ticken? Wo kommt das her? Was hat sie geprägt? Und ich glaube, ich habe durch diese vielen unterschiedlichen Stationen und diese vielen unterschiedlichen Kontakte, Einmal habe ich ein Rieseninteresse an Menschen. Und durch dieses glattgeschliffene Ego habe ich heute auch eine große Demut davor, dass andere eben anders sind und auch anders sein dürfen. Und dass ich nicht richtig bin und die anderen sind falsch. Sondern jeder ist auf seine Art und Weise richtig, weil jeder mit einem anderen Rucksack voller Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse durchs Leben geht. Das hat sich sicherlich durch diesen sehr bunten Lebenslauf bis heute so in mir gefestigt.

Peggy Patzschke [00:10:18]:
Sag mal ein Stichwort. Was ist denn so typisch Deutsch?

Stefanie Voss [00:10:20]:
Grundsätzlich sind wir schon sehr bewahrend unterwegs und dem kann ich eine Menge Positives abgewinnen. Aber jede Stärke hat natürlich auch eine schwache Seite.

Peggy Patzschke [00:10:29]:
Ja, das ist immer so. Wie du das sagst, das ist ja jetzt auch die Tugend schlechthin, die wir jetzt brauchen, diese Veränderungsbereitschaft. Und die war bei dir dann auch noch mal da. Da interessiert mich noch mal der Grund. Du hast es ja anklingen lassen, du bist heute nicht mehr in Konzernen unterwegs als Führungskraft, sondern du bist jetzt selbstständig, bist Coach, bist Redner, mit tollen Vorträgen unterwegs. Warum denn dann nochmal dieser Sprung in die Selbstständigkeit? Was ist denn da passiert in deinem Leben?

Stefanie Voss [00:10:54]:
Letztendlich muss ich sagen, ich war super gerne im Großkonzern. Also ich habe nicht der Konzernwelt den Rücken gekehrt nach dem Motto böse Konzerne, böse große Wirtschaft oder so, überhaupt nicht. Also, ich hab die Zeit im Konzern sehr geschätzt. Ich hab heute noch viele Kontakte auch zu meinen früheren Arbeitskolleginnen und Kollegen. Und ich arbeite natürlich auch heute viel mit großen Organisationen zusammen und fühl mich da auch sehr wohl. Das war es nicht. Der Grund hört sich jetzt auch erst mal wieder ganz verrückt an. Ich habe mich entschieden, mich selbstständig zu machen, weil ich weniger arbeiten wollte.

Peggy Patzschke [00:11:27]:
Oh, hat das geklappt?

Stefanie Voss [00:11:31]:
Es ist natürlich erst mal eine skurrile Aussage. Hintergrund ist der, ich war in meiner letzten Position im Konzern, war ich Abteilungsleiterin, hatte ein wirklich tolles, tolles, tolles Team. Sehr viel Verantwortung, aber wirklich auch wunderbare Menschen mich herum. Ich bin sehr viel gereist. Ich hatte eine große Budgetverantwortung. Als mein zweites Kind geboren wurde, hat sich für mich noch mal die Frage gestellt, die Geburt war sehr schwierig. Es gab leider ziemlich heftige Komplikationen. Mein Sohn und ich haben das überstanden.

Aber wirklich mit Ach und Krach. Wir hatten einen Wahnsinns-Schutzengel, der uns durch diese Silvesternacht durchgeführt hat. Dann hat sich mir die Frage gestellt, die sich immer in solchen Situationen stellt, will ich so weitermachen. Ist das, was ich an Prioritäten setze, richtig? Ist das langfristig genau das, was ich will? Ich hatte eine tolle Ärztin, eine Gynäkologin, Die mich da auch psychologisch betreut hat. Die mir gesagt hat, Frau Voss, gucken Sie sich das letzte Jahr an. Ich kann Ihnen sagen, ein Haar wäre das Ihr letztes Jahr gewesen. Schauen Sie sich das an und überlegen Sie, wenn es Ihr letztes gewesen wäre, was würden Sie heute anders machen? Ich habe meine Arbeit immer geliebt. Ich habe immer diesen Spagat zwischen Familie und Beruf, den habe ich mit Leidenschaft versucht, für mich zu lösen.

Aber letztlich war klar, ich habe am Ende die Priorität Arbeit ein Stück weit zeitlich zu hoch gesetzt. Und die Priorität Familie fühlte sich nicht so richtig gut an. Und habe dann gesagt, ich möchte jetzt erst mal mehr Zeit für die Familie haben. Und daraus entwickelte sich die Selbstständigkeit. Und Im Nachhinein auch wieder ein Zufall. Aber letztendlich auch ein totaler Glücksfall. Weil ich heute, aus meiner Sicht, ich setze noch viel mehr von meinen Stärken in meinem Job ein. Ich habe mich damals schon sehr entfalten können.

Aber heute bin ich noch viel mehr in meinem Element.

Peggy Patzschke [00:13:34]:
Man muss diese Zufälle, die du angesprochen hast, eben auch ergreifen. Du sagst schon über dich, dass du da auch wagemutig bist und du gibst da auch tolle Tipps. Ich möchte wirklich mal den YouTube-Kanal von Stefanie empfehlen. Ganz, ganz toll. Müsst ihr unbedingt mal reingucken. Wirklich mit praktischen Impulsen. Und du sagst ja auch, sei die Führungskraft in deinem Leben. Das ist die Botschaft, die du auch anderen rüberbringen willst.

Kannst du da gleich das mal mit einem Tipp verbinden? Wenn man so eine Entscheidung dann trifft, Wechsel in die Selbstständigkeit. Es ist ja trotzdem erstmal so Nebel vor einem. Man weiß ja noch nicht ganz genau, was auf einen zukommt. Was macht man da, wenn man springt, ohne schon das Ziel zu sehen? Wie wuppt man das?

Stefanie Voss [00:14:10]:
Ich bin immer sehr iterativ vorgegangen. Ich bin das klassische Beispiel dafür, dass man eine Selbstständigkeit so aufbauen kann, wie man sie nie aufbauen sollte. Ich hatte keinen Businessplan. Ich hatte auch keine klare Vorstellung, was es denn werden wird. Ich hatte natürlich, muss ich dazu sagen, ein finanzielles Polster, was es mir erlaubt hat, erst mal zu gucken. Und das ist so der grundsätzliche Tipp. Ich berate ja auch heute Menschen in Karrierefragen, dass ich immer sage, also sich so mit vollem Risiko in eine Selbstständigkeit zu stürzen, ohne jeglichen Puffer, das finde ich leichtsinnig. Das hat nichts damit wagemutig zu tun.

Da würde ich sagen, das ist fast schon dumm, sondern ein vernünftiges Polster hilft dir, dich ein Stück weit auszuprobieren. Und das Ausprobieren, finde ich, sollte eine gewisse Struktur haben. Ich erlebe immer Menschen, die machen so ein bisschen das, dann das, dann das, dann wissen sie nicht so genau. Ich würde immer sagen, mach dir eine Struktur im Ausprobieren. Bei mir war klar, dass ich aus der Unternehmenskommunikation komme. Ich weiß noch nicht, wo sich meine Selbstständigkeit langfristig hinbewegt. Aber damit fange ich an, weil das kann ich anbieten. Dann habe ich angefangen mit Kommunikationsberatung.

Ich habe vorher moderiert, also angefangen mit Moderationen. Das war das, was ich sowieso schon hatte. Ich bin nicht reingesprungen nach dem Motto, ich lerne jetzt erst mal ganz viel Neues.

Peggy Patzschke [00:15:28]:
Und dann gucke ich mal, ob es

Stefanie Voss [00:15:28]:
dafür einen Markt gibt. Sondern mit dem, was ich schon konnte, habe ich angefangen. Das hat sich dann entwickelt. Ich würde mich immer mit einem guten Polster ausstatten. Denn Selbstständigkeit ist kein Spaziergang. Und vielleicht noch so ein Tipp, das trifft mich ganz besonders. Ich kam aus dem Großkonzern, aus der chemischen Industrie, ich war Abteilungsleiterin. Also wenn es mir ums Geld gegangen wäre, dann hätte ich mich nicht selbstständig machen dürfen.

Und ich für mich bin da jetzt gut angekommen. Aber ich glaube, ich gehe auch schon mit einer großen Portion von Vernunft und Struktur an die Selbstständigkeit heran.

Peggy Patzschke [00:16:17]:
Und da gehört natürlich auch Selbstbewusstsein dazu, zu wissen, was man kann, wer man ist. Und das finde ich bei dir so toll. Da habe ich irgendwo entdeckt, du hast auch so eine Sichtbarkeits- und Selbstbewusstseins-Checkliste. Kannst du da noch mal kurz was sagen? Wie kriege ich denn raus, ob ich da jetzt schon gerüstet bin?

Stefanie Voss [00:16:34]:
Also, wenn ich natürlich in die Selbstständigkeit gehe, dann müssen mich ja Leute finden. Und Sie müssen mich ja auch buchen und bezahlen. Wenn mich keiner sieht, kann mich auch keiner finden. Menschen, die extrem introvertiert sind, die sich nicht gerne zeigen. Ich muss nicht direkt als Speaker auf die Bühne gehen, aber ich muss schon sichtbar werden und Netzwerke knüpfen. Das ist natürlich ein Grundvorteil, den ich schon mitbringe. Mein Mann sagt immer, Stefanie ist der Typ Mensch, die quatscht jeden an, der bei drei nicht auf den Bäumen ist. Ich hab eine große Neugierde für Menschen.

Und ich hab überhaupt keine Hemmungen, fremde Menschen anzusprechen. Das ist natürlich ein riesengroßer Vorteil, weil Netzwerk heißt Business. Und Sichtbarkeit heißt, überall und jedem immer wieder erzählen, was ich tue, was ich mache, was ich anbiete. Und die schönsten Aufträge kommen manchmal aus den witzigsten Ecken. Ich habe schon Kontakte über andere Mütter von der Hockey-Mannschaft meiner Kinder bekommen. Da ist dann eine, die weiß, dass ich als Coach arbeite. Auf einmal kennt sie jemanden in ihrem beruflichen Umfeld, der sucht einen Coach und dann hat sie mich empfohlen.

Peggy Patzschke [00:17:42]:
Ja, da darf man, wenn man schüchtern ist, muss man eben aus sich herausgehen. Man darf nicht Angst haben, dass man nervt. Man muss sich präsentieren. Was ich spannend finde, sind deine fünf Tipps, Nein zu sagen. Das ist ein Problem, das haben wir alle mal. Richtig gut Nein sagen. Kannst du uns Tipp eins nennen?

Stefanie Voss [00:18:01]:
Das Allerwichtigste beim Nein sagen ist ein klassischer Fehler, den die meisten Menschen machen, wenn ich gefragt werde, dann haben wir häufig den Impuls, sofort zu antworten. Aber warum? Warum nehmen wir uns nicht Zeit, über Entscheidungen nachzudenken. Ja, wenn ich gefragt werde, dann kann ich doch gerne sagen, du, das ist eine interessante Frage, ich freu mich, dass du mich fragst, und lass mich einen Abend drüber nachdenken, und ich gebe dir morgen eine Antwort.

Weil wir dann wirklich Zeit haben, in uns zu gehen. Das meiste, was beim Nein-Sagen schiefläuft, ist ja, du fragst mich irgendwas und ich will nett sein und sag, ja, also, ähm, na ja, also, okay. Und dann ist mein Ja irgendwie raus. Und im nächsten Moment denk ich schon so, das war jetzt irgendwie nicht so schlau. Und du denkst, sie hat ja gesagt, voll super. Das Erste, was ich immer wieder empfehle, es gibt noch viele andere Dinge, aber ganz wichtig ist, ich muss nicht auf alles immer sofort eine Antwort geben. Ich darf mir doch Zeit nehmen für meine Entscheidung. Ich nehme mir doch bei anderen Dingen auch Zeit für eine Entscheidung.

Und das erst mal zu lernen, so diese Grenze zu ziehen und zu sagen, liebe Kollegin, lieber Kollege, lieber Bekannter, lieber Nachbar, lieber Partner. Ja, okay, ich habe deine Frage gehört und ich möchte mir das überlegen. Oder ich werde mir das überlegen. Und du bekommst von mir in zwei Stunden morgen früh wann auch immer eine Antwort. Das ist der erste Schritt. Irgendwann habe ich natürlich dann so ein Gefühl dafür, Bei welchen Anfragen sage ich grundsätzlich nein. Und dann kann ich die auch gut formuliert sofort äußern. Aber der erste Schritt, finde ich, ist schon mal so, ich muss nicht alles sofort beantworten.

Stefanie Voss [00:19:41]:
Warum?

Peggy Patzschke [00:19:42]:
Das ist ein ganz wichtiger Tipp. Das vergessen wir oft. Und ich kann mal für alle, die das ein bisschen näher studieren wollen, nochmal dein E-Book empfehlen. Nein, sagen, wertschätzend und klar. Das könnt ihr mal euch angucken. Einfach mal auf die Webseite von Stefanie gehen. www.stefanie-voss.de Ja, und ich merke das schon. Also, Stefanie, wir müssen uns jetzt eigentlich nochmal verabreden, weil ich habe jetzt hier ungefähr noch zehn Fragen zu anderen Tipps, weil mich interessierte vor allem auch noch deine Piratenstrategie.

Hättest du das dagegen? Also können wir das machen? Sag jetzt nicht nein.

Stefanie Voss [00:20:11]:
Was machen wir?

Peggy Patzschke [00:20:11]:
Wir machen nochmal eine zweite Folge ausschließlich zur Piratenstrategie, warum wir uns auch von den Jungs was abgucken können für Business und für Leben. Sag noch mal, ich frage das gerne meine Gäste immer am Schluss, was ist denn, wenn du das wirklich in so ein Formular reinschreiben müsstest, deine persönliche Superkraft im Leben, die dich gut durch die Wogen bringt? Stefanie.

Stefanie Voss [00:20:31]:
Also Was ist meine persönliche Superkraft? Ich bin offen. Ich lasse mich berühren und ich berühre Menschen. Ich habe irgendwann mal im Zuge meiner Selbstständigkeit mir überlegt, bin ich eigentlich eine Trainerin? Was ist so meine Delle, die ich ins Universum haue? Warum bin ich hier? Was ist mein höherer Sinnzweck? Nenn es, wie du es willst, eine spirituelle Erfüllung. Es gibt ja tausend Begriffe dafür. Ich habe für mich festgestellt, da, wo ich das Gefühl habe, Ich bin jetzt genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das ist da, wo ich das Gefühl habe, ich komme so richtig in den Kontakt zu Menschen. Ich darf sie berühren, sie lassen sich von mir berühren. Wir kommen in eine enge und gute Verbindung.

Es gibt ein Programm, Leader on My Ship, was ich anbiete, wo ich mit besonderen Techniken am Selbstcoaching mit Menschen arbeite. Sie lassen das zu, dass ich ihnen helfe, sie dabei unterstütze, mit sich in guten Kontakt zu kommen. Ich glaube, das ist meine Superkraft. Ich habe eine Offenheit und eine Herzlichkeit in mir, die ich zeigen kann. Ich traue mich das aufzumachen und dadurch machen auch Menschen mir gegenüber auf. Und es entstehen ganz häufig immer wieder so ganz besondere und intensive Begegnungen, obwohl ich diese Menschen nicht oder kaum kenne. Und das ist immer wieder so ein Moment, wenn ich dann von einem Seminar nach Hause fahre, habe drei Tage mit einer Gruppe gearbeitet und habe das Gefühl, wir sind so eng beieinander gewesen. Das ist so ein, ich weiß warum ich auf der Welt bin im Moment.

Peggy Patzschke [00:22:06]:
Das ist erfüllend im wahrsten Sinne. Und ich kann es dir bestätigen, man spielt auch diese Ehrlichkeit hinter dem, was du sagst und hinter deiner Herzlichkeit. Also insofern ist es ganz toll mit dir zu reden. Wir verabreden uns noch ein zweites Mal. Ihr guckt in der Zwischenzeit unbedingt, wenn ihr noch ein paar weitere Impulse schon mal vorher haben wollt, auf den YouTube-Kanal von Stefanie, Stefanie Voss. Ja, und auf Insta und Social Media, du bist ja überall zu finden. Piratenstrategie, sag doch nochmal so einen richtig schönen Cliffhanger. Was können wir dann lernen in Folge 2 von dir?

Stefanie Voss [00:22:35]:
Also Piraten sind ja immer in erster Linie mal Verbrecher. Das denkt ja jeder. Aber Piraten sind noch viel, viel mehr. Piraten sind nämlich aus bestimmten Gründen Verbrecher geworden. Und wenn wir diese Gründe verstehen, warum sich jemand freiwillig letztendlich in eine Rolle begibt, wo sein Leben gefährdet ist und der Anreiz war nicht das Gold, sondern Es gab einen ganz, ganz anderen Anreiz. Und wenn wir diesen Anreiz verstehen, dann werden Piraten auf einmal total faszinierend als Vorbilder. Und es geht nicht Kohle.

Peggy Patzschke [00:23:11]:
Das gucken wir, das hören wir. Ich hoffe, ihr seid dann wieder mit dabei. Stefanie Voss, ich danke dir von Herzen und ich freue mich auf unsere nächste Begegnung. Tschüss!

Stefanie Voss [00:23:17]:
Ja, ich mich auch. Bis bald. Tschüss!

Peggy Patzschke [00:23:20]:
Ja, diese Frau muss ich nochmal treffen und in der Zwischenzeit könnt ihr wirklich auf ihrem YouTube-Kanal nochmal stöbern, zum Beispiel auch zu anstößen beim Thema, warum ich nicht immer 100% glücklich sein muss und aufgehen muss in meinem Job, denn ich finde unter diesem Druck steht man heutzutage in dieser Sinnengesellschaft auch ein bisschen, steht in sämtlichen Lebenshilfebüchern. Finde den Job, der dich glücklich macht. Da hat sie auch ein paar sehr interessante Impulse. Ansonsten hoffe ich, wir sehen uns hier wieder bei Folge 2 mit Stefanie. Ich freue mich schon auf die Tricks und Tipps der Piraten. Und hinterlasst bitte unbedingt ein Like und ein Kommentar zu Stefanies heutigen Gedanken. Hier direkt unter dem Video. Hinterlasst auch ein Abo.

Dann sehen wir uns wieder mit dem nächsten spannenden Gast hier bei meinem Power-Podcast. Ich wünsche euch eine schöne Woche. Lasst es euch gut gehen. Bis dahin. Tschüss, eure Peggy.

Stefanie Voss mit Stift

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