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Podcast mit Ilja Grzeskowitz: Stefanie Voss über Frauen im Business, Weltumseglungen und Piraten

Stefanie Voss zu Gast bei Ilja Grzeskowitz

Podcast mit Ilja Grzeskowitz: Stefanie Voss über Frauen im Business, Weltumseglungen und Piraten

Wagemutig den eigenen Weg gehen – zwischen Konzernkarriere, Weltumseglung und Selbstständigkeit.

Piratenmentalität im Business: Mut, Freiheit und kluge Entscheidungen.

Ich hatte die Freude, im Podcast „die change Show“ mit Ilja Grzeskowitz über meinen Weg von der Konzernkarriere zur erfolgreichen Speakerin und Coach zu sprechen und wie Selbstbestimmung, Mut und Fokus meine größten Erfolgsfaktoren wurden.

Das erwartet euch im Interview:

➔ Warum meine Selbstständigkeit ein „Zufall“ war
➔ Wie ich mich in einer männerdominierten Branche behauptet habe
➔ Die Parallelen zwischen Segeln und erfolgreicher Führung

Hier geht es direkt zum Interview:

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Transkript

Ilja Grzeskowitz [00:00:00]:
Hallo liebe Podcast-Freunde, heute habe ich einen ganz ganz wundervollen Gast und ich überlege die ganze Zeit schon, wie ich sie ankündige, weil sie ist tatsächlich ein Multitalent und mir sind so spontan ein paar Begriffe eingefallen, nämlich die Piratin, die Weltumseglerin, erfolgreiche Keynote Speakerin, erfolgreicher Business-Coach, aber eben auch Mutter, Familienfrau, ich weiß nicht, Also Familienmensch auf jeden Fall. Und wir haben ebenfalls ganz, ganz viele Parallelen, haben wir eben schon mal wieder festgestellt. Also Stefanie hat auch Konzernvergangenheit, hat sich dann selbstständig gemacht. Und warum sie das gemacht hat, wie sie das gemacht hat, was ihre Erfolgsgeheimnisse sind und was sie dir für dein Business mit auf den Weg geben kann, das wollen wir heute mal so ein bisschen, wollen wir hier mal auf den Zahn fühlen und gucken, was sie so an Weisheiten parat hat. Und deshalb darf ich ganz offiziell sagen, herzlich willkommen, Stefanie Voss.

Stefanie Voss [00:01:00]:
Ja, vielen Dank, dass ich hier sein darf. Ich freue mich, als Interviewgast in deinen Podcast zu kommen.

Ilja Grzeskowitz [00:01:08]:
Es ist mir eine große Freude, weil wir kennen uns ja, das kann man vielleicht mal von Anfang an sagen, wo sich unsere Wege geschnitten haben. Ich habe gerade gesagt, wir haben durchaus viele Parallelen in unseren, wie, ich bin jetzt schon wieder auf dem Grammatikkreuz, sagt man wie, sagt man Vitän oder sagt man Vitähen im Plural?

Stefanie Voss [00:01:25]:
Keine Ahnung, Latein nach zwei Jahren abgewählt. Keine Ahnung.

Ilja Grzeskowitz [00:01:30]:
Wahrscheinlich hätte ich ganz einfach sagen sollen, wir haben Parallelen in unseren Lebensläufen. Lebensläufen, gut. Das klingt ja nicht ganz so intellektuell, aber alle wissen, was gemeint ist. Also, so, lassen wir auch nur mal am Rande, weil wir haben viele Parallelen in unseren Lebensläufen, aber wir sind auch seit vielen, vielen Jahren in der gleichen Redneragentur. Genau. Bei den 5 Sterne Rednern. Und die Stefanie ist, was ich eben gesagt habe, hat nicht nur die Welt umsegelt, wo sie uns hoffentlich gleich noch ein bisschen was darüber erzählen wird, sondern sie ist heute eine der erfolgreichsten weiblichen Keynte-Speakerinnen in Deutschland. Und das werden wir nachher auch nochmal klären, warum eigentlich so wenig Frauen, und mal gucken, ob das wirklich so ist, ich glaube ja, gründen im Vergleich zu Männern und wie Frauen ihre Unternehmen anders führen, ob sie vielleicht auch anders gründen.

Aber Vielleicht falle ich gleich mal mit der Tür ins Haus, Stefanie, und stelle dir eine Frage, die gleich alle oberen Flächen beiseite schiebt, nämlich warum hast du dich überhaupt selbstständig gemacht?

Stefanie Voss [00:02:26]:
Ja, die ehrliche Antwort ist, es war ein Unfall. Es war ein Zufall, muss man vielleicht eher sagen, als ein Unfall. Ich habe mich selbstständig gemacht mit der Geburt meines zweiten Kindes. Ich war im Großkonzern, ich war sehr gerne im Großkonzern. Ich habe sehr gerne innerhalb von großen internationalen Strukturen gearbeitet und fand das auch super. Ich war Abteilungsleiterin in der Unternehmenskommunikation, als ich noch angestellt war, und bin die Welt gejettet, habe tolle Projekte gemacht, viel Verantwortung gehabt, für eine Menge Leute auch Verantwortung gehabt. Und fand das alles super. Und dann kam mein zweiter Sohn zur Welt.

Und die Geburt lief, ehrlich gesagt, sehr kompliziert. Wir hatten beide großes Glück und gute Ärzte. Und haben es beide gut überstanden. Aber es war haarscharf. Und dann hab ich mir natürlich, wenn du so einen Schlag vor den Buck kriegst, so einen gesundheitlichen, schon mal gefragt, ist das alles eigentlich noch genau so, wie ich das haben möchte? Und relativ schnell war mir klar, also zeitlich mit zwei Kindern ist der Job, den ich da mache, schwierig. Und ich hab durch diese gesundheitliche Stolperfalle auch noch mal für mich entschieden, ich möchte arbeiten, ich möchte engagiert unterwegs sein, aber nicht mehr mit dem Zeiteinsatz, mit dem ich das gewesen bin. Und die Entscheidung für die Selbstständigkeit fiel, und das ist, glaube ich, ähnlich wie bei dir, aus dem Wunsch heraus, mehr Selbstbestimmung zu haben. Und bei mir vor allem zeitliche Selbstbestimmung.

Ich arbeite durchaus gerne viel. Aber zum Beispiel, der Killer sind 30 Urlaubstage im Jahr. Das geht einfach nicht. Das ist einfach zu wenig. Viel zu wenig. Und ich wollte viel mehr zeitliche Selbstbestimmung haben und das war mit meinem alten Job nicht machbar. Und dann kam dazu, ich fand es doof, in einen Konzern zurückzugehen oder in eine Stelle zurückzugehen mit ganz wenig Stunden, wo ich vorher ganz viel Einflussmöglichkeiten hatte und ganz viel Gestaltungsmöglichkeiten und dann zurückzugehen mit so einer Referentenstelle, so mit irgendwie 15, 20 Stunden, das war keine Option. Also habe ich mich in Elternzeit selbstständig gemacht.

Sprich, ich habe erst mal doppelte Rückversicherung, drei Jahre Elternzeit genommen, habe in der Elternzeit gegründet und geguckt, ob das funktioniert. Als es drei Jahre funktioniert hat und meine Elternzeit abgelaufen war, war der Moment, wo ich mich aus meinem Arbeitsvertrag verabschiedet habe.

Ilja Grzeskowitz [00:04:51]:
Mhm. Jetzt hast du ja gerade, da will ich einmal nachfragen, diesen Wert, der auch für mich, also es ist mein absoluter wichtigster Wert, die Selbstbestimmung erwähnt. Und ganz, ganz viele Menschen, die sich selbstständig machen, ist das einer der stärksten Antriebe einfach. Und oftmals ist es ja, wenn man die gleiche Erfahrung gemacht hat, man kommt aus einem Konzern und dieser Drang nach Selbstbestimmung ist so groß und dann macht man sich selbstständig, diese Selbstbestimmung mehr zu haben. Jetzt hast du gerade gesagt, du hast gerne im Konzern gearbeitet, du hast dich da wohl gefühlt. Wie hat denn das zusammengepasst? Also Selbstbestimmung als wichtiger Wert und Konzernstelle, wo, und das muss man ja auch dazu sagen, Konzerne haben einfach ihre eigenen Regeln, sie sind sehr hierarchisch, es gibt viele Strukturen, Es gibt Dinge, die man kann, es gibt aber auch ganz, ganz viele, die man nicht kann, wo man sich eben anpassen muss. Wie hat das bei dir funktioniert?

Stefanie Voss [00:05:36]:
Also ich hatte das große Glück, dass ich in einem Bereich unterwegs war, in dem ich sehr viel Freiraum hatte. Ich habe schon gesagt, ich war in der Unternehmenskommunikation. Jetzt ist das ja auch schon ein paar Jahre her. Ich bin ja schon vor elf Jahren rausgegangen aus dem Konzern und ich habe in der Unternehmenskommunikation den Bereich Webstrategie verantwortet. Und da mal, das ist kein Witz und die unter euch, die so in unserer Generation sind, die wissen das vielleicht noch, es gab so Zeiten, da hat man das Internet und Social Media noch nicht ernst genommen. Da hat man gedacht, mit Twitter geht das wieder weg. Als Unternehmen eine Facebook-Seite, das ist Quatsch, das brauchen wir nicht. Und ich durfte mich auf diesem Web-Bereich, auf diesem Social-Media-Bereich austoben, umgucken.

Ich hatte unglaublich viel Freiraum, weil meine Vorgesetzten, das war eine andere Generation, die haben das alles nicht wirklich verstanden. Ich glaube, weil ich so einen großen Freiheitsgrad hatte und dazu ein super, super Team, hatte ich kein großes Problem mit meiner Selbstbestimmung, mal abgesehen eben von der zeitlichen Komponente. Also nicht, weil ich nicht gerne gearbeitet hätte, aber es war einfach unglaublich viel und vor allem auch mit der Reisetätigkeit. Ich war weltweit unterwegs, das war einfach too much und mit zwei Kindern dann irgendwo ja nicht mehr das Lebensmodell, was ich mir für mich vorgestellt habe.

Ilja Grzeskowitz [00:06:53]:
2009, das war noch die MySpace-Blütezeit, oder?

Stefanie Voss [00:06:57]:
Ja, ja, ja. Also es war wirklich, Ich habe noch mit meinen Kommunikationsbereichsleitern darüber diskutiert, dass es für Bayer wichtig ist, auf Twitter präsent zu sein, auf Facebook. Die haben alle immer noch gedacht, wenn man Kommunikationsarbeit macht, dann muss man im gedruckten Spiegel oder im gedruckten Handelsblatt erscheinen und alles andere ist keine Kommunikation.

Das hat sich natürlich geändert, muss man jetzt auch sagen.
Also wir sind heute an einem anderen Punkt, aber damals war das so.

Ilja Grzeskowitz [00:07:25]:
Ja, das war so. Das war ja auch, sag mal, da war Facebook noch einfach eine Sammlung von Fotos und Bildern oder man war auf einem Event zusammen und Twitter war so für die Freaks und viele waren bei MySpace und StudiVZ gab es noch. Aber die Welt hat sich halt, daran sieht man mal, das stelle ich auch mal wieder fest, was sich in so elf Jahren alles tut. Und wenn du das heute mal vergleichst, Das sind komplett andere Welten, das sind fast schon andere Universen, in denen wir da leben. Jetzt mal die spannende Frage, weil du hast dann ja, das hast du so im Nebensatz gesagt, ja und kam das zweite Kind und das war für dich dann keine Option, dann sagst du, dann mache ich mich jetzt selbstständig. Und in der Situation sind ja viele, die sagen, ich möchte aus einer alten Situation raus, egal ob die jetzt in einem Konzern sind oder vielleicht in einer Handwerk, warum auch immer die diese Entscheidung treffen. Aber viele stehen ja vor der großen Frage, ich weiß, dass ich das will, aber womit mache ich mich denn jetzt überhaupt selbstständig? Wie bist du auf deine Geschäftsidee oder auf dein Businessmodell gekommen?

Stefanie Voss [00:08:21]:
Also letztendlich habe ich das angeboten, was ich konnte. Also ich habe mir überlegt, alles klar, also ich kann Kommunikation. Ich wusste natürlich damals zumindest viel, viel mehr über Web und online als die meisten anderen Leute. Das hat sich übrigens bis heute sehr geändert, weil das Feld ist ja so gigantisch geworden, dass ich nicht mehr von mir behaupten kann, ich bin super up to date. Und ich habe einfach erst mal das gemacht, was ich konnte. Kommunikationsprojektmanagement, Social-Media-Beratung, Webseitenberatung, Moderation von Workshops, das hatte ich bei Bayer auch sehr viel schon gemacht, Konzeption von Veranstaltungen, Moderationen. Und das war so der Bauchladen, mit dem ich gestartet bin. Das ist wieder eine Parallele von uns.

Ich hab am Anfang auch gedacht, na ja, ich kann ein bisschen dies, das, ich kann gut Englisch, ich kann mit Leuten. Und hab einfach mal in dem Kontext alles gemacht. Dann kam noch ein bisschen Coaching dazu und dann noch ein bisschen das. Und irgendwann, wie das bei ganz vielen Selbstständigen der Fall ist, kommt so der Punkt, wo du dich fragst, okay, also Bauchladen ist irgendwie keine richtig gute Strategie. Jetzt gucke ich doch mal, was ich wirklich, wirklich gut kann und vor allem auch, was ich wirklich machen will. Und das war der Moment der Fokussierung. Und da ist dann zum Beispiel der ganze Kommunikationsberatungskram rausgefallen. Und dann kam die Fokussierung auf Coaching Speaking, die ich ja heute immer noch habe.

Und die sich aber erst so nach drei, vier Jahren Selbstständigkeit so richtig ergeben hat.

Ilja Grzeskowitz [00:09:50]:
Und wie bist du darauf gekommen? Es ist ja selten so, dass man morgens aufwacht und sagt, oh, ich muss dringend meinen Bauchladen loswerden, weil der bremst mich irgendwie. Hattest du dann ein bestimmtes Aha-Erlebnis oder wie ist dein Weg dahin gekommen?

Stefanie Voss [00:10:02]:
Ja, ich habe das Aha-Erlebnis über so einen Zeitraum gehabt. Ich habe ein paar Projekte gemacht, die sich so ein bisschen gezogen haben und wo ich so selber gemerkt habe, mir geht hier gerade die Motivation verloren. Und das war natürlich schon ein Aufwecker, weil ich so dachte, also Moment mal, ich habe mich sehr bewusst entschieden, mich selbstständig zu machen, ich bin selbstständig in Teilzeit. Ich arbeite nur einen sehr begrenzten Umfang von Stunden. Und als ich gemerkt hab, dass nicht mehr mein Herzblut hinter den Stunden hängt, sondern dass ich da meine Projekte abarbeite, Das war der Moment, wo ich gesagt habe, nee, also dafür bin ich nicht angetreten. Ich bin angetreten dafür, dass ich wirklich mit Leidenschaft meine Zeit in meine Arbeit investiere, weil wenn ich sie nicht mit Leidenschaft investiere, dann bin ich lieber bei meinen Kindern. Und Das war der Moment des Aussortierens und des neuen Fokus.

Ilja Grzeskowitz [00:10:49]:
Das finde ich spannend, weil es gibt ja ganz, ganz viele Beispiele, wo Menschen aus diesem berühmt-berüchtigten Hamsterrad des Konzernlebens ausbrechen, nur sich dann ihr eigenes neues Hamsterrad selber zu schaffen. Und das kann es ja irgendwie auch nicht sein, oder?

Stefanie Voss [00:11:04]:
Ja, und die Falle ist natürlich da. Also gerade am Anfang, du willst ja irgendwie alles Mögliche möglich machen und dann willst du natürlich auch Geld verdienen. Und ich hatte, das muss ich auch dazu sagen, natürlich diese doppelte Rückversicherung. Ich hätte nach drei Jahren immer noch wieder zurückgehen können in einen Konzernjob, wie auch immer geartet. Und ich hatte die zweite Rückversicherung. Ich lebe in einer Partnerschaft, mein Mann ist fest angestellt und hat ein sehr sicheres Einkommen. Also Ich hatte jetzt auch nicht den absoluten Druck, von Anfang an Geld verdienen zu müssen und uns hier finanzieren zu müssen. Und ehrlich gesagt, ich bewundere das sehr bei Menschen so wie du, die das tun, die sich trotzdem auch selbstständig machen.

Ich weiß nicht, ob ich den Mut gehabt hätte. Der Leidensdruck hätte wahrscheinlich schon sehr hoch sein müssen. Ich hatte den Druck nicht und das war natürlich sehr komfortabel. Ich habe trotzdem von Anfang an durchaus profitabel gearbeitet, aber natürlich erst mal kleine Brötchen gebacken Und dann Jahr für Jahr hat sich das Ganze gesteigert und entwickelt.

Ilja Grzeskowitz [00:12:05]:
Cool, wenn du das gerade ansprichst. Kannst du das ungefähr sagen, wie lange das gedauert hat? Also warst du wirklich von Anfang an profitabel oder hast du eine gewisse Anlaufzeit gebraucht? Weil viele, die jetzt gerade anfangen und Gründen, die wünschen sich ja immer, das muss sofort nach zwei, drei Monaten flutschen, aber das ist ja selten der Fall. Wie lange hat das bei dir gedauert?

Stefanie Voss [00:12:22]:
Also ich würde sagen, ich habe so ungefähr zwei Jahre gebraucht, bis ich wirklich so alle meine Prozesse und mein Angebot und alles, das wirklich klar hatte und gut unterwegs war. Im ersten Jahr, also ganz ehrlich, ich war einfach auch nach dieser Geburt von von Eike, von meinem Sohn, ich war einfach erstmal relativ lange auch wirklich krank. Ich habe drei, vier Monate gebraucht, gesundheitlich überhaupt wieder auf die Beine zu kommen. Dann hatte ich eben auch ein Säugling zu Hause. Ist ja jetzt nicht so, dass das so meinem Nebenmehr zu erledigen ist. Und einen Zweijährigen, das mein großer Sohn war dann gerade zwei. Also Ich hatte auch wirklich eine Menge an der Wacke. Nach einem halben Jahr mit den beiden Kindern habe ich mich auch die Betreuungssituation so gekümmert, dass ich wirklich was tun konnte.

Und dann würde ich sagen, noch mal ein gutes Jahr, 17, 18 Monate, bis ich das Gefühl hatte, okay, Aufträge kommen rein, es läuft, es funktioniert. Allerdings muss man immer dazusagen, in dem Rahmen, in dem ich arbeite. Also, ich kann das gerne mal sagen, weil viele sind ja auch, deine Zuhörer sind ja auch so wie wir in diesem Speaking-Coaching-Bereich unterwegs. Ich habe zu Beginn meiner Selbstständigkeit mit meinem Mann einen Vertrag geschlossen über meine Arbeitszeit, weil ich dazu neige, sehr gerne und sehr viel zu tun, und habe immer gesagt, ich verkaufe im Jahr 50 Tage. Also ich gehe 50 Tage raus und bin beim Kunden unterwegs, Seminare, Workshops, Vorträge. Und Coachings und Beratungen, die ich von zu Hause aus machen kann, kommt on top. Aber wenn diese 50 Tage verkauft sind, dann ist Schicht mehr bin ich nicht unterwegs. Und wenn du natürlich ein kleineres Zeitkontingent hast, dann ist es auch einfacher, das zu füllen.

Das hat viele Vorteile und das habe ich so nach anderthalb, zwei Jahren dann doch auch relativ zügig erreicht.

Ilja Grzeskowitz [00:14:05]:
Spannend, weil du das so hast, das so lapidar im Nebensatz, aber ich bin mir ziemlich sicher, so manche, die jetzt zuhören und sagen, 50 Tage beim Kunden im Jahr, wo kriege ich denn die zusätzlichen 40 her von den 10, die ich nur schaffe jedes Jahr. Wie hast du das gemacht, dass du zügig auf diese 50 gekommen bist? Was ist denn da dein Geheimnis?

Stefanie Voss [00:14:21]:
Also ich glaube, das große Geheimnis war und ist und das ist es immer noch, ist ein gutes Netzwerk. Ich habe, ja heute kann ich das sagen, 11 Jahre ist bestimmt verjährt. Ich habe von Bayer aus meiner Zeit im Großkonzern, ich war bei Bayer, ich glaube, das dürfen wir sagen, ich habe mir eine

Ilja Grzeskowitz [00:14:38]:
Sache mitgenommen. Hast du auch schon gesagt.

Stefanie Voss [00:14:39]:
Habe ich schon gesagt, genau. Ich habe mir eine Sache mitgenommen, das ist mein Adressbuch. Ich habe darauf geachtet, dass ich alle meine Kontakte, alles mitnehme. Damals noch Visitenkarten. Aber auch mein elektronisches Adressbuch habe ich mitgenommen. Und ich habe, das kann ich jedem nur raten, egal ob selbstständig, angestellt, gerade gestartet, später in der Karriere, Leute, vernetzt euch und behandelt eure Kontakte gut. Das lohnt sich immer und in jeder Lebenssituation. Und ich war gut vernetzt.

Und ich hab dann einfach in mein Netzwerk die Information reingegeben, Leute, ich bin selbstständig, ich habe Kapazitäten, ich mache das, das, das, das, das, das, das. Am Anfang viel zu viel. Hallo, hier ist der Bauchladen. Wer Unterstützung braucht, meldet sich bitte bei mir. Und dann hatte ich natürlich auch ein bisschen das Glück, 2009, direkt nach der Finanzkrise, ging es ja erst mal aufwärts. Also die Unternehmen waren gerade runtergekippt und es ging langsam wieder hoch. Und genau diese Welle habe ich mitgenommen und da bin ich aus meinem Netzwerk wirklich sehr schnell in Aufträge gekommen.

Ilja Grzeskowitz [00:15:42]:
Ja, super spannend. Jetzt muss ich gucken, wie ich diese Kurve zu dem Thema, das ich jetzt gerne ansprechen würde, am elegantesten kriege. Ich will es mal so anfangen. Du bist ja auch zwar nur 50 Tage, aber auch, was ja für viele ist, dass einfach wahnsinnig viel unterwegs im Jahr und fährst dann auch oft Taxi. Und wenn es dir dann geht wie mir, dann wirst du oft gefragt, ja, was machen sie denn so beruflich? Und wenn ich dann sage, ja, ich bin Kino-Speaker, dann, ah, zwei Fragen kriege ich immer gestellt. Ah, was ist denn das? Und zweitens, damit kann man Geld verdienen. Kann man Geld verdienen. Und die Frage, ich mache einen kleinen Umweg, dann zu dem eigentlichen Thema zu kommen.

Also wie bist denn du denn dazu gekommen, wirklich Kino-Speakerin zu werden? Wie bist du dazu gekommen, dass du einer der erfolgreichsten in Deutschland geworden bist? Und kann man damit überhaupt Geld verdienen?

Stefanie Voss [00:16:29]:
Die Frage kann ich dir ja auch zurückstellen. Also, wir wissen beide, ja, man kann damit Geld verdienen und wir wissen beide auch, man kann damit nicht mal eben einfach Geld verdienen. Das ist, glaube ich, die wichtigste Botschaft, die ich immer allen Leuten gebe. Das wird dir wahrscheinlich noch mehr so gehen als mir, die mir sagen, oh, erklär mir doch mal, wie das geht, ich will auch Speaker werden. In meinem Falle war es so, ich hatte einfach viel Bühnenerfahrung aufgrund meiner Moderationserfahrung und natürlich, ich habe mit sechs schon Theater gespielt in der Schule und Improvisationstheater und dies und jenes. Also, Bühne war mir geläufig. Ich war international erfahren. Ich habe rauf und runter im Großkonzern präsentiert, moderiert, Workshops angeleitet, noch und nöcher, lange bevor ich mich selbstständig gemacht habe.

Und Als ich dann selbstständig war, musste mich tatsächlich jemand darauf stoßen. Das war eine gemeinsame Kollegin von uns, die Nicola Fritze, die hat irgendwann zu mir gesagt, sag mal, warum hältst du eigentlich keine Vorträge? Und dann habe ich sie angeguckt und gesagt, warum soll ich? Dann sagte sie, du bist doch die Welt gesegelt. Warum gehst

Ilja Grzeskowitz [00:17:34]:
du nicht als Weltumseglerin raus? Sehr gut.

Stefanie Voss [00:17:38]:
Jetzt hast du den Dreh gekriegt. Und dann hab ich so gedacht, naja, ich bin die Welt gesegelt, das stimmt. Aber Vortrag und dann sagte sie, naja, aber das ist doch die Story. Jetzt ist es eben so, für jemanden, der das nicht gemacht hat, ist das die Story. Und ja, natürlich ist das schon sehr außergewöhnlich Für einen selber oder für mich selber. Ich hab die Erfahrung ja gemacht, das war ein extrem interessantes, spannendes, cooles, ehrlich gesagt auch sehr, sehr schwieriges Jahr, was ich da gemacht habe. Aber für mich war es natürlich nicht so besonders als für andere Leute. Ich bin immer noch überrascht, tatsächlich heute, wenn Leute so, wow, du bist die Welt gesegelt, wo ich so denke, ja, also ich meine, ich habe natürlich auch wirklich viele Menschen kennengelernt, die das auch gemacht haben.

Also für mich ist das nicht so speziell, Aber klar, für andere ist das speziell. Und, das habe ich dann auch relativ schnell begriffen, in diesem Speaker-Markt ist es tatsächlich ziemlich cool, wenn man sagen kann, ich bin die Welt gesegelt. Das ist doch ein entscheidender Marketing-Aspekt, es mal einfach so zu sagen. Ja, das hat natürlich auch was mit mir gemacht. Also es ist schon auch total richtig und authentisch, wenn ich davon sehr wichtigen Lebenserfahrungen erzähle, weil die habe ich tatsächlich gemacht.

Ilja Grzeskowitz [00:18:57]:
Also ich glaube, das ist ein wichtiger Hinweis, den du da gerade gesagt hast, weil es geht ja ganz vielen so, die sich entweder fragen, wie soll ich denn meine Unternehmensstory aufbauen, wenn ich ein Seminar gebe oder vielleicht auch auf der Vortragsbühne stehe, worüber soll ich denn schon sprechen, ich habe ja nichts Außergewöhnliches erlebt. Und das denkt man ja immer nur selber. Und in Wirklichkeit, das, was man gut kann oder diese ganz besondere Geschichte, die jeder hat, das ist für andere teilweise unglaublich spannend. Die sagen, was, was ist das, wie cool ist das denn? Du sagst, ja, für uns ist es aber normal, weil das für uns jeden Tag dazugehört und deshalb ist es so wichtig, immer mal wieder hinzuschauen. Aber das hast du jetzt auch so im Nebensatz gesagt. Erzähl doch mal, wenn ich vielleicht in der Kurzvariante, was genau hast du gemacht, wo bist du lang gereist und wie kommt man auf eine Idee ein, ja die Welt zu segeln?

Stefanie Voss [00:19:45]:
Also die Idee lag in der Tat ziemlich nahe, weil ich familiär vorbelastet bin. Mein Großvater ist nämlich auch Weltumsegler. Und zwar, der hat es richtig cool gemacht. Der ist nämlich als Einhandsegler, so nennt man das, der ist also alleine auf einem Schiff die Welt gesegelt in den 70ern. Und damals in der Seglerszene auch richtig bekannt und berühmt geworden. Der war nämlich in den 70er Jahren der schnellste deutsche Weltumsegler auf der klassischen Barfußroute, also von Europa, Panama Kanal, Pazifik und so weiter. Der wurde genannt der deutsche Chichester. Also so ein bisschen hatte ich die Weltumsegler-Gene schon in mir.

Ich hatte aber nie die Gelegenheit zu segeln. Ich bin in Leverkusen geboren und aufgewachsen und habe da nie so richtig einen Pack angefunden. Und dann habe ich für Bayer im Ausland gearbeitet. Ich war zwei Jahre in Buenos Aires in Argentinien, in der Lateinamerika-Vertretung von Bayer. Und da hatte ich den Rio de la Plata vor der Tür und dann habe ich angefangen zu segeln. Und dann wurde, und da sind wieder die Zufälle, die eine Rolle spielen, Meine Stelle wurde verlegt von Buenos Aires nach Sao Paulo. Die Lateinamerika-Zentrale wurde nach Sao Paulo verlegt. Und ich wollte auf gar keinen Fall nach Sao Paulo.

Wer mal in Buenos Aires war, weiß, was das für eine traumhaft schöne Stadt ist. Das war vor der Wirtschaftskrise in Argentinien, ich hab da ein super Leben gehabt. Und Sao Paulo war damals sicherheitstechnisch wirklich schwierig. Vor allem für eine junge europäische Frau kein gutes Pflaster.

Ilja Grzeskowitz [00:21:12]:
Ist schon sehr speziell, ja.

Stefanie Voss [00:21:14]:
Ja, ist sehr speziell. Wirklich speziell. Und dann hab ich mir überlegt, jetzt schon wieder zurück nach Deutschland, das will ich irgendwie auch nicht. Und es will der Zufall, meine Eltern schicken mir eine Yacht-Zeitschrift, diese deutsche Zeitschrift Yacht nach Argentinien. Ich blätter die durch und lese davon, dass eine Gruppe von Schiffen die Welt segelt und in Argentinien vorbeikommt. Dann habe ich mich hingesetzt, habe die Organisation kontaktiert, habe gesagt, wie ist das, kann man bei euch mitsegeln? Und dann sagten die mir, naja, also können wir dir jetzt nicht so sagen, aber meistens werden Mitsegler mitgenommen. Komm einfach in den Hafen, bring dein Zeug mit und frag mal auf den Schiffen nach, ob dich einer mitnimmt. Und das hört sich jetzt irgendwie sehr einfach an, aber genau so war es auch.

Ich habe meine Sachen gepackt, ich habe ein Sabbatical organisiert, bin zum Hafen, hab an verschiedenen Schiffen gefragt, war ganz kurz am Anfang auf einem englischen Schiff, dann auf einem amerikanischen und dann die meiste Zeit auf einem deutschen Schiff. Ich bin von Buenos Aires aus nach Hause gesegelt, aber hintenrum. Also erstmal runter den Atlantik, Falkland- Inseln, Ushuaia, dann rüber in den Pazifik und so weiter und sofort, Australien, Südafrika und so weiter. Dann zurück nach Brasilien, Karibik, Deutschland. Genau. Cool.

Die Erde ist rund. Ich habe es bewiesen.

Ilja Grzeskowitz [00:22:30]:
Das ist ja, gibt es ja bei manchen gewisse Zweifel und Skepsis, aber endlich haben wir das auch mal geklärt. Also auch live hier im Podcast. Die Erde ist keine Scheibe, können wir bestätigen. Genau. Sehr schön. Cool. Und heute verknüpfst du quasi diese Erfahrung mit Botschaften für, du bist in Unternehmen, du sprichst auf Kongressen, was machst du noch alles? Erzähl mal ein bisschen.

Stefanie Voss [00:22:52]:
Also ich bin sehr viel in-house unterwegs. Ich habe schon sehr klassischen B2B-Geschäft, mache sehr viel zum Thema Führung, zum Thema Team und aktuell natürlich zum Thema VUCA und Agilität und verbinde das mit der Segelmetapher, weil sich einfach beim Segeln ja so schön diese Metapher nutzen lässt. Wenn du jetzt rund Mallorca segelst, dann bist du jeden Abend im Hafen und Du hast eigentlich ziemlich normalen Komfort und du kommst auch relativ schnell weg vom Boot. Wenn du dich in Südafrika, in Kapstadt, auf den Weg machst nach Brasilien, dann ist das mit dem Umkehren, wenn irgendwas nicht so läuft, schwierig. Weil manchmal liegen halt zehn Tage Wasser vor dir und zehn Tage Wasser hinter dir. Und dieses Umgehen mit dem, was da ist, angefangen von den Rahmenbedingungen, Wetter, Schiff und so weiter, aber interessanterweise natürlich auch mit den Menschen, die da sind, das ist das Spannende. Du kannst aus einem Schiff mitten auf dem Ozean nicht aussteigen. Und das ist das, was die Erfahrung so besonders macht.

Sperre dich mal mit zwölf Leuten auf 35 Quadratmetern für 10, 12, 15 Tage ein und du hast die klassische Selbsterfahrung einer Weltumsegnung.

Ilja Grzeskowitz [00:24:03]:
Mega. Für mich ist es kein Wunder, dass das andere Leute so fasziniert. Weil da ist ja auch diese Sehnsucht drin, dass das würde ich auch schon gern mal machen, aber ich kann doch nicht einfach dahin und in den Bundesallee. Naja, wie so oft, das klingt immer so profan, man muss es einfach mal machen und dann geht es irgendwie, oder?

Stefanie Voss [00:24:21]:
Ja, also ich war natürlich zu der Zeit, ich war Mitte 20, ich hatte keine Verpflichtungen, ich hatte ein bisschen Geld gespart, ich habe tatsächlich auch die Welt Segeln genutzt, wirklich meine kompletten Ersparnisse auf den Kopf zu hauen und war dann auch wirklich mit einem Kontostand bei null wieder in Deutschland, Gott sei Dank. Aber es ist, also Segeln ist gar nicht so kompliziert und mit Segeln schon mal gar nicht. Also es gibt gerade bei den langen Strecken wirklich viele Segelschiffe, die einfach Unterstützung brauchen, die Hände brauchen. Ich war zum Beispiel auf einem Schiff, wir hatten keine Selbststeueranlage, das heißt es musste 24 Stunden jemand am Steuerrad stehen. Und so ein Schiff kannst du mit drei oder vier Leuten nicht segeln, sondern du brauchst schon, damit es halbwegs komfortabel ist, sechs bis idealerweise zehn Leute. Und das passiert ganz häufig und deswegen ist diese Langstreckensegelei im Prinzip gar nicht so schwierig. Hand gegen Koje, so nennt man das, kommt man mit relativ kleinem Budget ziemlich weit die Welt. Also Ich nehme an, dass das heute immer noch ähnlich ist.

Vor zehn Jahren war es auf jeden Fall noch so. Ich habe es schon ein bisschen länger, vor 20 Jahren gemacht. Hat super funktioniert. Also technisch ist das alles ziemliches Pille-Palle. Die menschliche Herausforderung hab ich total unterschätzt. Und das ist natürlich auch ein bisschen der Inhalt meines Vortrages. Dieses enge Zusammensein mit Menschen auf sehr, sehr engem Raum, das ist eine persönliche Herausforderung. Die ist schon ziemlich unvergleichbar mit allem, was wir sonst so haben.

Ilja Grzeskowitz [00:25:51]:
Na klar, das haben ja auch diverse TV-Formate wie das Dschungelcamp Big Brother und wie sie nicht alle mittlerweile auch begriffen, dass da so eine Dynamik entsteht, wenn man Menschen in einen Raum sperrt und die mal mit ihren ganzen Problemen und sonstigen Charakteren, Flapsen da so aufeinander loslässt, das ist schon, ich stelle mir das extremst spannend vor. Wir haben jetzt mal den Bogen geschlagen von die Weltumsegelung zu heute und heute, wenn man sich das so anhört, da fragen sich mit Sicherheit viele, boah, das ist die Speakerin, macht Coachings, ist in Workshops unterwegs und, und, und, und. Dann hat die noch eine Familie, die hat zwei Kinder, die hat einen Ehemann. Hobbys hast du schon auch noch ein, zwei. Wie kriegst du das alles unter einen Hut? Vor allem, Wie hast du dein Business aufgebaut, dass es dir das erlaubt ist, alles in deinen Hut zu kriegen?

Stefanie Voss [00:26:35]:
Ja, ich glaube, ich bin da wiederum ähnlich unterwegs wie du. Also ich diszipliniere mich sehr darin, nicht nur im Unternehmen zu arbeiten, sondern auch am Unternehmen zu arbeiten. Also immer wieder zu überlegen, was mache ich? Was mache ich selbst? Und was mache ich auch nicht selbst? Und ich habe gewisse Dinge ausgelagert. Ich glaube, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt.

Das ist übrigens auch so eine klassische Frauenfalle, finde ich, noch mehr als bei den Männern, so alles selbst machen zu müssen. A, weil sie glauben, sie würden es gut machen. Und B, es kostet ja nix, das ist Quatsch. Es kostet total viel, wenn ich mich mit Kleinkram aufhalte. Und das Zweite, und das ist ein ganz wichtiges Learning, da spielst du übrigens interessanterweise in meinem Leben eine sehr wichtige und große Rolle, die Entscheidung, Dinge nicht zu tun. Das ist immer wieder super schwer, aber jeder guckt sich ja so in seinem Metier Was macht der noch, was macht der noch, was macht der noch und ich weiß nicht, ob du dieses Gefühl kennst, dann siehst du, oh der hat wieder das gemacht und der hat jetzt neuen Podcast und der hat ein Buch und der hat das und der hat noch das E-Learning.

Ilja Grzeskowitz [00:27:35]:
Geht mir jeden Tag so.

Stefanie Voss [00:27:37]:
Genau, geht mir auch jeden Tag so. Ilja hat wieder ein Buch geschrieben und noch was gemacht. Und ich habe immer wieder viel Arbeit damit, aber da bin ich tatsächlich konsequent, mich zu entscheiden, Dinge nicht zu tun. Mich auf weniges zu fokussieren, weil ich einfach nicht so viel Zeit habe. Also, ich bin die Speakerin ohne Buch. Und die werde ich im Zweifelsfall auch bleiben. Weil das einfach so ein Ding ist, wo ich genau weiß, der Zeitaufwand, wenn ich so machen würde, wie ich es machen möchte, ist so groß, dass da andere Dinge hinten anstehen müssen. Und das Gefühl dafür, dass das richtig ist, das habe ich nicht.

Stefanie Voss [00:28:14]:
Und deswegen gibt es von mir kein Buch, auch wenn unser gemeinsamer Freund und früherer Agenturinhaber Heinrich Kürzeder mir natürlich ungefähr schon 25 mal gesagt hat, wie wichtig das ist. Ich habe keins. Ich habe auch keinen Podcast. Ich habe lustigerweise zu Beginn meiner Selbstständigkeit Podcast gemacht. Von 2010 bis 2013. Dann hab ich aufgedrückt, weil es hat keine Socke interessiert. Ich war zu früh. Dann hab ich mich auf YouTube gestürzt und gesagt, ich fang mit Videos an.

Jetzt sagt jeder, mach einen Podcast. Ich mache keinen Podcast. Ich habe einfach genug auf dem Tablett. Und ich kann mich noch dazunehmen, dazunehmen und dazunehmen. Deswegen gucke ich zwar immer, was machen die anderen, aber ganz häufig treffe ich eine sehr bewusste Entscheidung. Wow, cool, was ich da wieder beim Ilja sehe, gefällt mir total gut und ich mache es nicht, weil ich einfach dafür die Kapazitäten nicht habe.

Ilja Grzeskowitz [00:29:10]:
Kannst du da meinen Zuhörerinnen und Zuhörern einen konkreten Tipp geben, wie genau du das machst, weil es ist natürlich verlockend. Und du hast es ja gerade auch erwähnt, gerade wenn man neu ist, irgendwo in der Branche, egal ob man sich jetzt als Speaker positionieren will oder in welcher Branche auch immer man tätig ist, es gibt ja ganz, ganz viele Berater und Coaches, davon sind ganz, ganz wenige gut. Und es gibt aber auch eine ganz große Masse, die sind, sagen wir mal, vielleicht nicht ganz so gut. Und die geben ja alle tolle Tipps. Der eine sagt, du musst ein Buch schreiben, der andere sagt, du musst dies tun, der andere sagt, das machst du auf keinen Fall. Und es fällt, glaube ich, vielen schwer, da so die Balance zu finden und zu wissen, was sollte ich wirklich machen. Und wenn man wirklich alles aufnimmt, dann hat man, könnte man 28 Stunden am Tag mit Arbeit verbringen. Hast du einen konkreten Tipp, wie man durch dieses Dickicht sich durchkämpfen kann und wirklich auch mal Nein sagt zu Sachen?

Stefanie Voss [00:30:00]:
Also bei mir ist es ganz klar, ich mache das sehr zielgruppenorientiert. Ich gucke mir sehr genau an, wer sind eigentlich meine Kunden, wer sind die Leute, die meine Leistung wirklich einkaufen und was brauchen die von mir, sich für mich zu entscheiden. Und Ich bin natürlich sehr viel bei Personalern im Gespräch. Und die Personaler, mit denen ich zusammenarbeite, die ich kenne, die mögen zum Beispiel meine Videos. Ich habe keine besonders große Reichweite. Ich habe nur ein paar hundert Abonnenten auf meinem YouTube-Kanal. Aber ich weiß, dass es in verschiedenen Unternehmen immer wieder Leute gibt, die mir schon lange folgen. Und denen falle ich sozusagen mit meinen Videos immer wieder auf den Schreibtisch.

Und deswegen rufen die immer wieder an. Die brauchen kein Buch von mir. Die brauchen auch keinen Podcast von mir. Das reicht. Ja, genauso natürlich die Frage jetzt, die sich alle stellen, oh, ich muss jetzt zu TikTok. Ja, ich finde das total spannend. Ich hätte auch tierisch Bock, mich damit zu beschäftigen, aber da sitzen meine Kunden nicht und deswegen mache ich das nicht. Und vielleicht sitzen da in 5 Jahren meine Kunden.

Ilja Grzeskowitz [00:30:59]:
TikTok ist so cool.

Stefanie Voss [00:31:03]:
Ja, Ich hätte totalen Spaß und ich mache es nicht. Es fällt mir schwer. Es ist eine schwierige Entscheidung, weil meine Kunden da nicht sitzen. Kann das nach hinten losgehen? Auf jeden Fall. Natürlich kann es sein, dass in fünf Jahren alle da sind und dann hat Stefanie Voss leider nicht angefangen. Das ist dann so. Aber ich frage mich immer wieder, wo sitzen meine Kunden und was brauchen die von mir? Die brauchen eine gute Webseite, die brauchen wirklich eine gute PDF-Datei, so ein PDF-Profil von mir. Brauchen die jetzt noch dieses und jenes und das und brauchen die von mir die 22. Story auf Instagram? Nein.

Also danach, nach ganz klar nach der Zielgruppenorientierung zu gehen. Und wenn ich meine Zielgruppen zu breit habe, dann weiß ich sowieso, dass ich zu bauchladig unterwegs bin. Und ist das leicht mit dem Nein-Sagen? Nein, ist es nicht. Und ganz ehrlich, es gibt Kollegen, denen folge ich super gerne, und es gibt Phasen, wenn ich selber das Gefühl habe, ich komme nicht vorwärts und so weiter, und ich bin frustriert, Was ich dann am wenigsten ertragen kann, ist, in Social Media mir anzugucken, was die anderen alles Tolles machen. Also wenn ich merke, ich bin in keinem guten Zustand, dann ist das ein wichtiges Anzeichen dafür, auf gar keinen Fall auf irgendwelche Social-Media-Kanäle zu gehen und mir anzugucken, was die anderen alles Tolles machen. Weil das macht mich natürlich dann noch frustrierter.

Ilja Grzeskowitz [00:32:23]:
Ich finde, das sind zwei echt gute Tipps, die du gerade gegeben hast. Zum einen ist es diese wirkliche Klarheit zu wissen, wofür stehe ich und wo genau ist meine Zielgruppe, was haben die für Bedürfnisse? Und ja, klar, könnte deine Zielgruppe wahrscheinlich, die würden sich über einen Podcast freuen. Ja, die würden sich vielleicht auch freuen, weiß nicht, ob du bei TikTok bist, aber bewusste Entscheidung. Und ich glaube, das ist das zweite, dass man für sich immer entscheiden muss, was passt denn für mich. Und auch wenn alle anderen was anderes machen, man muss ja für sich mit klarkommen, muss für sich das Business aufbauen. Und ich glaube, es ist manchmal auch gar nicht so verkehrt, lieber eine Sache richtig zu machen, als auf zehn Hochzeiten so ein bisschen rumzutanzen. Weil das stelle ich auch immer wieder fest, die Verlockungen sind natürlich so groß und man muss das natürlich auch erstmal jonglieren können. Podcast, YouTube Buch und TikTok und Instagram und was es nicht alles gibt.

Ich glaube, die wenigsten können das Und deshalb lieber eins richtig und dafür Impact haben, wie man so schön sagt, als so alles so ein bisschen Wischiwaschi.

Stefanie Voss [00:33:24]:
Ja, genau. Also es ist wirklich nicht einfach. Das gebe ich auch ehrlich zu. Und ich sehe dann immer, oh, und der Kollege das. Und wie gesagt, ich gucke auch gerne bei dir vorbei, weil ich finde deinen Content super. Wie du deine Marke ziehst, das macht wirklich Freude zuzugucken. Das ist richtig, richtig gut. Und es gibt auch die Ilja-Frust-Momente, die ich habe, wo ich denke, scheiße, der Kerl hat schon wieder was gebucht.

Und hat schon wieder das und das. Und ich nicht. Und dann weiß ich genau, okay, hier ist jetzt gerade so ein Moment, wo ich einfach nicht in einem guten Zustand bin. Und dann raus aus Social Media und zurück zu mir und zurück zu meinen Prioritäten. Und Das ist nicht einfach, aber das ist, wenn man diese Teilzeitlösungen konsequent fahren möchte, dann ist das der einzige Weg. Also der Tag hat nur 24 Stunden und ich vergleiche mich heute eher mit, und Ich versuche mich wenig zu vergleichen, aber wenn ich mich vergleiche, dann eben eher mit Leuten, die auch in so meinem Kontext unterwegs sind. Es kam die Corona-Zeit, alle haben digitalisiert gemacht, getan. Ganz ehrlich, ich habe die ersten Wochen Homeschooling gemacht und zwar ziemlich viel.

Und ich hatte überhaupt gar keine Zeit für gar nichts, geschweige denn mein Business jetzt zu digitalisieren. Ich habe gekocht und Hausaufgaben gemacht und Französisch gelernt und das war eben leider dann Priorität Nummer eins.

Ilja Grzeskowitz [00:34:43]:
Aber muss man auch dazu sagen, kannst du dir auch nur erlauben, weil du dein Business so aufgebaut hast, wie du es dir aufgebaut hast?

Stefanie Voss [00:34:50]:
Ja, also das schon, ja, das stimmt und das ist vielleicht auch noch mal ein ganz, ganz wichtiger Tipp, auch für deine Zuhörer-Community. Ein Geschäftsmodell muss so tragend sein, dass es auch Rücklagen erlaubt. Und das ist so für mich, sagen wir mal, noch mal ein Schocker gewesen in der Corona-Zeit, dass ich mitbekommen habe, dass viele von unseren Kollegen, von den Soloselbstständigen, nach sechs Wochen, drei Wochen, vier Wochen, wo Corona zugeschlagen hat, schon in echte finanzielle Bedrängnis gekommen sind. Das kann ich nachvollziehen, wenn jemand gerade gegründet hat. Wenn jemand zehn Jahre am Markt ist und hat nach sechs Wochen finanzielle Probleme, dann stimmt irgendwas an dem Geschäftsmodell nicht. Das kann nicht sein. Ich muss ja auch damit rechnen, dass ich mal krank werde, dass ich mal irgendwie ausfalle. Und das finde ich auch noch mal ganz entscheidend.

Eine Selbstständigkeit, gerade eine Solo-Selbstständigkeit, muss so profitabel sein, dass sie Rücklagen erlaubt. Ansonsten ist es einfach nicht nachhaltig und damit auch nicht empfehlenswert.

Ilja Grzeskowitz [00:35:51]:
Oh ja, das möchte ich mit drei Ausrufezeichen unterstreichen, weil da hast du natürlich vollkommen recht. Also im Anfang, das ging uns, glaube ich, allen so, da ist man froh, wenn man genug Umsatz reinkriegt, die Miete zu zahlen und überhaupt, da fährt man auch mal entweder gar kein Auto oder so eine ganz alte Rostmühle, aber wenn man so ein paar Jahre dabei ist, dann muss man, ich will nicht sagen, dass man ein Jahr durchhalten sollte, man müsste zumindest, Du hast ja gerade gesagt, es kann immer irgendwas passieren, die Wirtschaft bricht ein, man wird krank, irgendein anderer Krisenfall kommt und dann sollte man, und das sollte man im eigenen Businessmodell auch irgendwie abbilden. Deshalb vielen Dank, dass du das nochmal unterstrichen hast, weil das, das wird immer oftmals so, wir leben ja in Zeiten, wo viel so, ja, du musst dann mit Leidenschaft und Herzensbusiness, Das ist ja auch alles gut und alles richtig. Aber man darf ja auch nicht vergessen…

Stefanie Voss [00:36:35]:
So ein bisschen Vernunft ist auch gut.

Ilja Grzeskowitz [00:36:37]:
Ja, wir machen das ja so gerne wir das alle machen. Es ist ja kein Hobby von uns. Wir leben ja davon, wir bezahlen andere Menschen gut davon. Andere Menschen Vertrauen drauf, dass wir da gut mit verdienen. Und so entsprechend müssen wir das auch, glaube ich, betrachten und betreiben.

Stefanie Voss [00:36:52]:
Ja, also das ist wirklich kein Hobby. Und natürlich mache ich, genauso wie du wahrscheinlich auch, auch immer noch Dinge, die mir ganz, ganz besonders am Herzen liegen. Auch mal pro bono, aber sehr ausgewählt und sehr klein und sehr spezifisch zu dem, was ich machen will. Wenn ich meine Zeit pro bono irgendwo reingebe, dann muss mir das schon richtig, richtig wichtig sein. Ansonsten tue ich das nicht. Und natürlich muss mein Einkommen und mein Umsatz so sein, dass ich Rücklagen bilden kann. Das ist ein ganz praktischer Tipp. Ich habe heute noch mit meinem Steuerberater telefoniert, als ich mich selbstständig machte und mit ihm das Thema Altersvorsorge ansprach.

Stefanie Voss [00:37:30]:
Das Erste, was der zu mir sagte, war, Frau Voss, Altersvorsorge können wir irgendwann mal besprechen. Das Erste, was sie tun, sie haben ein Extrakonto, da geht so lange Geld drauf, gespartes Geld, bis da sechs Netto-Monatsgehälter von Ihnen liegen. Und wenn die da liegen, sodass sie da jederzeit drauf zugreifen können, dann fangen wir an, über Altersvorsorge zu reden. Aber erst mal gibt es einen Sechs-Monate-Notfallfonds. Und jetzt in Corona-Zeiten habe ich natürlich diesen Notfallfonds sehr zu schätzen gelernt, weil ich mir ganz flockig, ohne irgendetwas anzufassen, was irgendwo festliegt, mir sechs Monate selber Gehalt zahlen kann?

Ilja Grzeskowitz [00:38:07]:
Ja, das ist sechs Monate, man könnte sogar noch mehr. Ich finde, das ist einer der besten Tipps, die man überhaupt geben kann. Und das ist mittlerweile so einfach. Ich bin ja sehr digital und ich habe ja unter anderem, ich habe ja meine zwei oder drei Konten bei Digitalbanken wie N26 und Revolut und wie sie nicht alle heißen. Und da gibt es, mittlerweile kann man das so machen, man hat eine Übersicht in seinem Konto, dann hat man verschiedene kleine Kästchen und die habe ich gegliedert in Konto, Korrentkonto, da habe ich meine Steuerrücklagen, da habe ich meine sonstigen Rücklagen und man kann das einfach nur rüberziehen. Und das Allererste, was ich mache, jeden Monat, wenn Geld reinkommt, am Monatsende, bevor ich irgendwelche Rechnung zahle, Ich ziehe zuerst was rüber, damit da was liegt, weil das ist in solchen Zeiten wie jetzt, weiß man es zu schätzen. Und deshalb danke, dass du es auch nochmal angesprochen hast. Ein Thema würde ich gerne nochmal ansprechen, das haben wir am Anfang gestriffen, aber ich finde es extremst relevant und du bist ja ein tolles Beispiel.

Wenn ich auf Konferenzen bin und viele Unternehmen, Organisationen sind ja nicht alle, und es wandelt sich zum Glück sehr stark, aber durchaus noch sehr konservativ aufgestellt. Wenn man dann auf so Tagesveranstaltungen ist, dann gibt es meistens acht Redner. Das sind dann alles acht Männer. Dann gibt es am Ende noch eine Podiumsdiskussion. Das sind dann meistens sieben Männer. Und wenn man Glück hat, darf die Moderatorin dann eine Frau sein, damit das so ein bisschen aufgepeppt wird. Und man hört immer, es gibt so wenig Speakerinnen und insgesamt habe ich auch das Gefühl, egal in welcher Branche ich mich unterhalte, dass die Tendenz zu gründen oder die Bereitschaft oder die Risikobereitschaft zu gründen bei Frauen tendenziell eher geringer ist, als das bei Männern der Fall ist. Frage, Frage Teil 1, wie hast du das geschafft, dich in dieser doch noch sehr männerdominierten Branche für dich so gut zu positionieren, dass du extremst gut gebucht bist, also so gut gebucht, dass andere davon träumen, so gut gebucht zu werden wie du.

Und zweitens, wie schätzt du das ein, Frauen als Gründer, Frauen mit Selbstständigkeit?

Stefanie Voss [00:40:09]:
Also erstmal glaube ich, dass Frauen wahrscheinlich insgesamt ein etwas höheres Sicherheitsbedürfnis haben als Männer. Und ich habe das ja auch gesagt, ich habe mich ja auch mit doppeltem Boden selbstständig gemacht Und weiß nicht, ob ich es anders getan hätte. Im Nachhinein kann ich immer sagen, ja, läuft ja. Hätte bestimmt geklappt, aber das ist rückblickend betrachtet was ganz anderes. Ich glaube, Frauen brauchen mehr Sicherheit. Frauen brauchen wahrscheinlich ein Stück weit mehr Rücklagen und ein Stück weit mehr das Gefühl, ich kann noch mal zurück. Ich würde glaube ich oder ich glaube Frauen präferieren diese Gründungsvariante, die Festanstellung Stück für Stück zurückfahren und die Selbstständigkeit Stück für Stück raufahren. Die ist ja auch gar nicht schlecht.

Ilja Grzeskowitz [00:40:52]:
Nee, die ist voll gut.

Stefanie Voss [00:40:53]:
Was fehlt den Frauen da? Also ganz pauschalisiert gesagt, würde ich mal sagen, den Frauen fehlt manchmal ein bisschen Testosteron. Also so ein bisschen, na hoppla, hier komm ich, und das wird schon, und das klappt schon. Ist das so unbedingt schlecht? Nee. Grundsätzlich glaub ich schon, dass Frauen was für ihr Selbstbewusstsein tun müssen, zu gründen. Weil natürlich kommen wirklich viele Situationen, wo du das Gefühl hast, wie mache ich das denn jetzt? Und ich glaube, Männer gehen da schneller in so eine Haltung von, ach, das wird schon. Und eine Frau geht eher in so eine Haltung, oh Gott, das könnte aber ganz schiefgehen. Da müssen Frauen einfach sehr an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten.

Ich glaube, da haben wir immer noch ein Stereotypenproblem in Deutschland. Die liebe, nette, brave, angepasste Frau und der starke, tolle, machende Mann, das jetzt mal ganz pauschalisiert und furchtbar schubladig zu formulieren. Aber es kommt ja eine andere Generation. In meinem Falle, warum hat es geklappt, gerade in diesem Speaker-Business, ich war schon als Angestellte sehr viel unterwegs und sehr viel auf Reisen und dieses Business, was wir beide betreiben, das ist einfach total reiseintensiv Und das wird wahrscheinlich auch nach Corona irgendwann wieder reiseintensiver werden. Die allermeisten Frauen, gerade mit Familie, haben nicht, so wie ich, die Freiheit in ihrer Partnerschaft, so Einfach mal drei Tage da zu sein, zwei Tage hier zu sein, dann drei Tage zu Hause. Das geht bei uns, weil ich mit meinem Mann ein Modell habe, wo ich quasi die Reisefreiheit habe und mein Mann hier das Homebase macht. Und dieses Modell ist eben in ganz vielen Partnerschaften genau umgedreht. Und wenn das natürlich umgedreht ist und ich verantwortlich bin für die Homebase, dann kann ich natürlich gerne Speaker und Coach werden, aber dann leider nur alles das annehmen, was im Umkreis von 100 Kilometer ist.

Und das ist natürlich erst mal schwierig. Also es hat ganz viel mit der Reisefreiheit, mit der räumlichen Flexibilität zu tun und die ist eben bei uns in der Partnerschaft so gegeben. Dafür bin ich meinem Mann auch unglaublich dankbar. Der hat übrigens auch für mich seine Führungsrolle aufgegeben. Der war Leiter der Rechtsabteilung in einem mittelgrößen Unternehmen und wollte aber gerne Teilzeit arbeiten. Der wollte gerne mehr Zeit mit den Kindern auch haben, genau wie ich. Und in seinem Unternehmen war Führung in Teilzeit nicht möglich. Die haben gesagt, nein, 80 Prozent zwei Nachmittage von zu Hause, das geht für eine Führungskraft nicht.

Und dann hat er gesagt, gut, dann bin ich eben keine Führungskraft mehr, dann macht mich wieder zum Referenten. Und der ist jetzt ganz normal Referent in der Rechtsabteilung, die er vorher geleitet hat und hat aber eine größere zeitliche Flexibilität und kann sich eben besser unsere beiden Kinder kümmern.

Ilja Grzeskowitz [00:43:37]:
Zeigt nur ganz am Rande, hat jetzt mit unserem Thema nichts zu tun, dass wir glaube ich in ganz ganz vielen Unternehmen noch extremsten Bedarf haben, dass sich die organisatorischen Abläufe den Lebensgegebenheiten im Jahr 2020 anpassen. Hat man ja auch gerade wieder in der Presse verfolgt, jetzt, wo die eine Vorstandsmitglied, ne, der Aufsichtsrat bei der Kommendirekt schwanger geworden ist und musste leider ihr Vorstandsmandat niederlegen, weil das aufgrund des Rechts nicht möglich ist, das in Teilzeit zu machen.

Und wir leben ja nicht mehr in den 1970er-Jahren. ALs Randbemerkung.

Stefanie Voss [00:44:08]:
Genau. Ja, ich glaube, es ist wirklich eine Frage der Arbeitsmodelle und der Zeitmodelle. Und ich weiß noch, ich habe, also als wir geheiratet haben, das ist jetzt schon ein paar Tage her, da habe ich schon mal irgendwann, haben wir so da rumgesponnen und gesagt, cool wäre doch, wenn wir Kinder hätten und wir würden beide Teilzeit arbeiten. Das ist doch irgendwie ein richtig cooles Modell, da wollen wir hin. Und da sind wir, aber das war natürlich nicht, Das ist nicht einfach so passiert. Das braucht eigene Steuerung und auch harte Entscheidungen. Es ist nicht so, dass es einfach ist, eine Führungsposition aufzugeben. Das war natürlich auch ein Prozess.

Aber wir haben auch gemerkt, die Zeit mit den Kindern ist begrenzt. Das kennst du wahrscheinlich auch. Wenn die Kinder klein sind, denkst du, ist das alles anstrengend. Und machst zweimal so, mein 13-jähriger Sohn ist jetzt einen halben Kopf größer als ich. Wenn ich was Schweres aus dem Auto hebe, kommt der und sagt, komm, Mami, ich mach das mal für dich. Und das sind noch drei, vier, fünf Jahre, Und dann ist der auf seiner eigenen Bahn unterwegs. Und dann kann ich immer noch 70 Stunden die Woche arbeiten. Aber die letzten Jahre wollte ich das nicht.

Und jetzt im Moment will ich’s auch noch nicht. Und Dafür muss ich natürlich Kompromisse machen.

Ilja Grzeskowitz [00:45:18]:
Absolut. Stefanie, wenn du jetzt mal so die letzten elf Jahre so Revue passieren lässt und mal guckst, was hat gut funktioniert, was hat nicht so gut funktioniert, ich stelle jetzt mal wieder eine zweigeteilte Frage. Was würdest du im Nachhinein anders machen? Und zurückblickend, was oder welchen tipp aus deinen elf jahren hast du für angehende oder bestehende selbstständige insbesondere frauen natürlich

Stefanie Voss [00:45:46]:
also beim anders machen ich bin dankbar für jede erfahrung die ich gemacht habe ich glaube da sind wir uns auch wieder ähnlich. Ich kann jetzt gar nicht sagen, das oder das war ein Riesenfehler. Ein bisschen früher fokussieren wäre nicht schlecht gewesen. Aber die Erfahrung war auch wichtig, die Bauchladenerfahrung. Und sie hat ja auch funktioniert, zumindest eine Zeit lang. Ähm… Da kann ich gar nicht sagen, ich hätte jetzt irgendwie was so wahnsinnig anders gemacht. Sondern Ich schätze die Erfahrung.

Ich freue mich daran, dass jeder Tag was mit sich bringt, was ich wieder lernen kann. Was habe ich für eine Empfehlung an selbstständige Frauen? Also, traut euch mehr zu. Ihr könnt meistens viel mehr, als ihr glaubt. Frauen sind ziemlich defizitorientiert in ihrem Denken. Es gibt diesen ganz bösen Spruch, wenn du Frauen zum Schweigen bringen willst, dann frag sie, was sie an sich selber richtig gut finden. Und wenn du sie zum Reden bringen willst, dann frag sie, was sie an sich selber nicht mögen. Das ist leider ein Stück weit Wahrheit. Frauen sind ziemlich defizitorientiert.

Das ist traurig. Seid stärkenorientiert. Seid euch bewusst, was ihr könnt. Und dann findet ein eigenes Weg, ein eigenes Modell. Und das Modell, das kenne ich eben häufig. Ich gehe von 100 Prozent auf 70 Prozent Festanstellung und fange mal an. Und dann gehe ich auf 60 oder 50 Prozent und mache weiter. Das finde ich ein super Modell und ganz ehrlich, Gründen in Elternzeit mit dreijähriger Rückkehr Möglichkeit, fand ich jetzt auch nicht so blöd.

Also im Nachhinein ist das auch noch mal eine gute Idee. Was natürlich dazukommt, ist, Kinder sind immer gut für Überraschungen.

Ilja Grzeskowitz [00:47:29]:
Oh Ja.

Stefanie Voss [00:47:32]:
Was man sich alles so vornimmt, das kann natürlich mit Kindern auch mal irgendwie anders laufen. Und ich meine, es ist auch wieder furchtbar pauschalisiert, aber wenn ich als Frau sehr flexibel selbstständig sein möchte, so wie ich das ja bin, trotz meiner Teilzeitselbstständigkeit, dann ist natürlich die wichtigste Grundvoraussetzung eine Augenauf bei der Partnerwahl. Also wenn ich einen Mann oder einen Partner an meiner Seite habe, der das nicht mitträgt, dann funktioniert es auch nicht. Also es ist schon ganz, ganz wichtig, dass da ein gemeinschaftliches Modell dahinter steht und das ist bei uns so. Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar, weil ich genau weiß, dass das auch nicht selbstverständlich ist.

Ilja Grzeskowitz [00:48:15]:
Ja und ich glaube, du mit deinem Business und vor allem mit deiner Geschichte, die du dahinter stehen hast, bist einfach ein tolles Beispiel, wie man einen eigenen Weg gehen kann, wo viele von außen wahrscheinlich sagen, jo, das, kann man das denn so einfach machen? Ja, kann man. Es ist auch noch sehr, sehr erfolgreich. Und es lässt dir vor allem aber auch Zeit, die Dinge zu tun, die du wirklich tun willst. Und das ist, glaube ich, was bei vielen nicht so auf der Liste ganz oben steht, sondern die sind dann, wie wir vorhin gesagt haben, in diesem eigenen Hamsterrad gefangen, dass man den Grund, warum man sich denn eigentlich mal selbstständig gemacht hat, irgendwann so aus den Augen verliert und dann in einem eigenen Unternehmen ausbrennt. Und das kann es ja auch nicht sein.

Stefanie Voss [00:48:56]:
Nee, das kann es nicht sein. Und das passiert natürlich schnell, wenn ich meine, ich müsste alles machen, wenn meine Preise zu niedrig sind, also wenn überhaupt nicht das Einkommen reinkommt, was mir irgendwie halbwegs auch mal ermöglicht, Arbeit abzugeben oder rauszugeben. Ja, das vielleicht noch als dritter Tipp, auch ein klassisches Frauenthema, werdet teurer. Bitte, bitte, bitte, werdet teurer. Nicht nur, ja, weil es gut ist und weil es sich schön anfühlt, sondern es ist einfach auch, es hat was mit Selbstversorge zu tun. Es hat wirklich was mit Selbstversorge zu tun, vernünftige Preise zu verlangen, damit ich nicht fortbilden kann, damit ich Zeit auch für Pausen habe, für Urlaube, für Regeneration, für Rücklagen. Das ist total wichtig. Und auch da fehlt den Frauen manchmal auch das Testosteron, einfach zu sagen, ey, das bin ich wert.

Und wumms, So ist es. Und da habe ich sicherlich auch eine Menge gelernt. Ich hatte natürlich das ganz große Glück, und auch das vielleicht noch mal als Tipp. Ich war ja vorher in der Unternehmenskommunikation und habe Leute eingekauft, also Berater eingekauft, Moderatoren eingekauft. Ich hatte ein gutes Gefühl für das Preisgefüge und habe mich dann natürlich auch dementsprechend positioniert und habe mir die Leute angeguckt, die ich so vorher eingekauft habe und gesagt, also das was der kann, kann ich auch. Dann will ich auch mindestens das gleiche kriegen. Und da ist sicherlich auch noch mal ganz viel Musik drin in einer guten, einer konsequenten Preisgestaltung, die dazu führt, dass du auch den ein oder anderen Auftrag nicht kriegst. Ganz klar.

Ilja Grzeskowitz [00:50:29]:
Ausrufezeichen und Ergänzung ist nicht nur ein Frauenthema, das gilt auch ganz, ganz vielen Männern, so das weiß ich. Und man hat oft den Drang, ja lieber vier Aufträge für ein ganz, ganz niedriges Honorar, als dann gar kein zu kriegen. Aber was viele vergessen, mit den vier niedrigen macht man sich oftmals auch langfristig die Preise kaputt und ist dann dauerhaft einfach nicht glücklich. Von daher ganz, ganz wichtig, sich selbst auch des eigenen Wertes bewusst sein und auch mutig diese Preise nach außen vertreten, weil, und das ist das Entscheidende, nicht weil man, warum auch immer das gerne so hätte, sondern weil einfach der Markt das auch zahlt und weil das auch den entsprechenden Mehrwert hat für Unternehmen, die das einkaufen dann.

Stefanie Voss [00:51:08]:
Ja und wenn du, wenn jedes Angebot, was du rausschickst, wenn du auf jedes Angebot eine Zusage bekommst, dann bist du einfach zu billig. Das kann nicht sein. Es muss ab und zu auch mal Leute geben, die sagen, das ist mir echt zu teuer. Dann sag ich, das kann ich gut verstehen. Es gibt tolle Leute, die sind günstiger als ich. Dann wünsch ich ihnen viel Erfolg. Das ist einfach mein Niveau. Es gibt gute Gründe, warum ich das haben will.

Das ist der Testosteron-Punkt, wo viele Frauen dann sagen, ah, ja, nee, na gut, dann mach ich es jetzt vielleicht doch. Und das ist einfach echt ein Fehler.

Ilja Grzeskowitz [00:51:43]:
Aber da darf man ja auch reinwachsen im Laufe der Jahre.

Stefanie Voss [00:51:46]:
Ja, also klar, ne?
Und ich würde mal sagen, ich hab mich mit Anfang, Mitte 30 selbstständig gemacht. Das war halt auch gut. Ich bewundere die Leute, die das noch viel früher tun, mit Mitte, Ende 20. Ich weiß nicht, ob ich schon an dem Punkt gewesen wäre, kann ich heute rückblickend schlecht beurteilen. Aber Jahr für Jahr wird man natürlich auch ein Stück weit souveräner und klarer. Und jede Erfahrung, auch gerade jede schlechte Erfahrung, brennt sich natürlich auch ein bisschen ins Gedächtnis. Und es gibt viele Dinge, die sind mir passiert und die werden mir garantiert nicht noch mal passieren.

Ilja Grzeskowitz [00:52:22]:
Ja, sehr cool. Stefanie, zum Abschluss würde ich gerne, ich habe so ein paar Hotseat-Fragen vorbereitet für dich. Und zwar sind das zehn Fragen, wo ich einfach dich kurz bitte, ohne groß drüber nachzudenken, kurze knackige Antworten und mal sehen, was bei dir so rauskommt. Bereit? Ja. Gut. Frage 1. Deine wichtigsten Werte?

Stefanie Voss [00:52:43]:
Verbundenheit, Leistung und Neugier.

Ilja Grzeskowitz [00:52:47]:
Deine drei Lieblings-Apps auf deinem Smartphone.

Stefanie Voss [00:52:52]:
Die Foto-App, die Threema-App und die Wetter-App.

Ilja Grzeskowitz [00:53:00]:
Apple oder Windows?

Stefanie Voss [00:53:04]:
Apple. Wad für eine Frage

Ilja Grzeskowitz [00:53:09]:
Kaffee oder Tee? Kaffee oder Tee?

Stefanie Voss [00:53:11]:
Kaffee.

Ilja Grzeskowitz [00:53:12]:
Bei der nächsten Frage bin ich mir ziemlich sicher, dass ich die Antwort kenne. Ich stelle sie dir trotzdem. Berge oder Meer?

Stefanie Voss [00:53:19]:
Beides. Tatsächlich beides. Ich bin mittlerweile eine echte Bergfex geworden. Ich wandere supergerne, meine Jungs wandern supergerne. Ich bin mittlerweile unter uns die lahmste in der Familie. Mein elf- und dreizehnjähriger Sohn sind super sportlich, Hockeyspieler. Ich mag die Berge, aber natürlich bin ich auch gerne am Meer. Ich war gestern Nachmittag noch in der Nordsee schwimmen.

Ilja Grzeskowitz [00:53:41]:
Cool. Same here übrigens. Ich bin ja auch geboren am Meer und liebe die Berge mittlerweile auch. Vielleicht hat das auch was mit dem älter und weiser werden zu tun. Ich habe keine Ahnung. Wie auch immer.

Stefanie Voss [00:53:50]:
Du bist doch Lübecker, ne?

Ilja Grzeskowitz [00:53:52]:
Ja, ja. Ich bin an der Ostsee groß geworden.

Stefanie Voss [00:53:53]:
Mein Großvater war im Travemünder Yachtclub. Der Weltumsegler war Mitglied im Travemünder Yachtclub.

Ilja Grzeskowitz [00:53:59]:
Da haben wir es doch wieder. Die schwerste Entscheidung deiner Karriere?

Stefanie Voss [00:54:08]:
Die schwerste Entscheidung meiner Karriere? Es gab keine richtig schwere Entscheidung, Es hat sich irgendwie alles gefügt.

Ilja Grzeskowitz [00:54:18]:
Sehr cool. Dein Lieblingsbuch?

Stefanie Voss [00:54:23]:
Mein Lieblingsbuch? Ah, schwierige, schwierige, schwierige Entscheidung. Amanda Palmer. Oh Gott, wie heißt es denn? Amanda Palmer, die ganz bekannte Sängerin, hat ein Buch geschrieben über Ich krieg den Titel nicht, es ist das allerbeste, knallerste Hörbuch, was ich jemals gelesen habe oder gehört habe. Ich habe noch nie bei einem Hörbuch so geheult, ich muss es nachreichen. Ich habe den Titel nicht ich habe das Cover vor mir und den Titel nicht Amanda Palmar die hat nur ein so lange du die hört euch als Hörbuch an in englisch auf original ihr heut rotz und Wasser..

Ilja Grzeskowitz [00:55:01]:
So lange du die Emotion noch dazu Erinnerung hast ist es ja alles in Butter.

Stefanie Voss [00:55:07]:
Ah ich weiß es, The Art of asking. The Art of Asking von Amanda Palmer. Da ist es.

Ilja Grzeskowitz [00:55:12]:
Cool. Deine Lieblings Social Media Plattform?

Stefanie Voss [00:55:21]:
Am meisten bin ich auf LinkedIn.

Ilja Grzeskowitz [00:55:24]:
Cool. Jetzt eine spannende Frage für eine Speakerin. Flugzeug, Auto oder Bahn?

Stefanie Voss [00:55:30]:
Wenn es geht, Bahn.

Ilja Grzeskowitz [00:55:33]:
Und jetzt last but not least, dein Erfolgsgeheimnis in einem Satz.

Stefanie Voss [00:55:39]:
Sei wagemutig. In deinem Leben hängt ganz vieles von ganz vielen Dingen ab. Das meiste von dir sei Pirat.

Ilja Grzeskowitz [00:55:50]:
Da hat man mal wieder gesehen, man darf Speaker, wenn man, wenn man zu Speakern sagt Einsatz, da machen die fünf Kommas rein, damit man das alles noch unter kriegt. Sei Pirat. Ich meine, das ist eine eine. Wie besser könnte man nicht nur deine Philosophie, sondern auch dieses Interview in einen, eine Aussage packen, sei Pirat. Also von daher, liebe, liebe Stefanie, ganz, ganz herzlichen Dank, dass du heute zu Gast warst, dass du so viele Einblicke, auch viele persönliche Einblicke in deine Karriere, deinen Alltag, dein Leben gegeben hast und dass du vor allem so viele kurze, knackige Tipps auch gegeben hast. Letzte Frage, hast du irgendein aktuelles Projekt, wo du dran arbeitest, wo du noch mal drauf aufmerksam machen möchtest?

Stefanie Voss [00:56:35]:
Das ist nett. Ich habe tatsächlich ein Projekt, was sich durch Corona entgeben hat. Ich bin sehr klassisch im B2B unterwegs und habe jetzt aber doch noch mal den B2C-Markt für mich ein Stück weit entdeckt. Ich habe seit 2015 schon ein offenes Online-Coaching angeboten. Da haben mir damals alle gesagt, du hast nicht mehr alle Tassen im Schrank. Online-Coaching, ja, 2015 war das irgendwie völlig absurd. Und das habe ich damals aufgesetzt und ich habe es hauptsächlich immer in-house verkauft. Und es ist aber ein offenes Produkt, jeder kann sich da anmelden.

Das sogenannte Leader on my Ship Programm. Ein klassisches Karrierecoaching. Und das überarbeite ich gerade. Das geht demnächst wieder in, sage ich mal, abgedateter Form in den Markt. Und wenn ihr euch für das interessiert, was ich so mache, dann schaut vorbei, Leader on My Ship Programm. Wenn man Stefanie Voss googelt, ist es ziemlich schwierig, mich nicht zu finden. Und ich freue mich, wenn vielleicht der ein oder andere deiner Zuhörerinnen und Zuhörer da mal reinschaut. Genau, ich bin so wie du auch gut vertreten und unterwegs und freue mich natürlich immer, wenn es Menschen gibt, die sich für meine Arbeit interessieren oder meine Inhalte mögen.

Ilja Grzeskowitz [00:57:49]:
Und wenn man Kontakt mit dir aufnehmen möchte, LinkedIn, E-Mail, was ist der beste Weg?

Stefanie Voss [00:57:54]:
LinkedIn, E-Mail, Webseite, das ist letztendlich, bin ich da sehr kundenorientiert, das, was der Kunde haben möchte, da bin ich dann auch.

Ilja Grzeskowitz [00:58:02]:
Sehr schön. Wir verlinken das natürlich in den Shownotes, dass man dich auch überall findet und einfach nur draufklicken muss. Und ja, dann bleibt mir nur noch zu sagen, Stefanie, herzlichen Dank, dass du da warst. Und wie sagt man als Pirat so schön? Sagt man Haar und ne buddel rum oder wie verabschieden sich Piraten?

Stefanie Voss [00:58:19]:
Ja, da gibt es Unterschiede. Also dieses Ahoi, das gibt es natürlich auch. Also ich schreibe immer unter meinen Newsletter einfach nur ein nettes Ahoi. Das ist so ein bisschen unverbindlicher und das funktioniert aber auf allen seglerischen Plattformen. Piraten sind ja auch so ein schwieriges Bild. Insofern ein fröhliches Ahoi, segelt euren eigenen Kurs und in dieser Zeit muss man ja immer wieder sagen, Leute, bleibt gesund.

Ilja Grzeskowitz [00:58:44]:
Genau. Stefanie, vielen Dank und Ahoi!

Stefanie Voss [00:58:47]:
Ahoi!

Stefanie Voss mit Stift

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